Es ist ein Vergnügen, durch die Kronberger Altstadt zu schlendern und die Atmosphäre der Straßen und Gassen, der Treppenverbindungen und Winkel auf sich wirken zu lassen. Dass man dabei auf Schritt und Tritt der Geschichte - und den Geschichten - der Stadt begegnet, versteht sich von selbst.
Receptur und Streitkirche in der Friedrich-Ebert-Straße sind repäsentative Barockbauten aus der Zeit der Kurmainzer Landesherrschaft, die heute vielfältig genutzt werden.
Die Receptur wurde unter dem Mainzer Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn als "Kellerei" erbaut, als Amsitz des so genannten Kellers, des Vetreters des Landesherrn. In nassauischer Zeit hieß das Gebäude Receptur. 1980 wurden die Gebäude von der Stadt Kronberg als Kulturzentrum eröffnet. In der Receptur befindet sich das Standesamt, sie ist Sitz der Kronberg Academy.
Die "Streitkirche" wurde als Kirchenbau für die katholische Gemeinde Kronbergs 1739 fertiggestellt. Aufgrund konfessionell begründeter Auseinandersetzungen nie geweiht und 1767 endgültig zum Zivilgebäude erklärt. Zunächst wurde die "Streitkirche" als Scheune benutzt, im 19. Jahrhundert war sie das Gasthaus "Nassauer Hof". 1891 wurde sie von der Familie Neubronner erworben und als Apotheke und Wohnhaus genutzt. Heute befindet sich in der Streitkirche unter anderem das Museum Kronberger Malerkolonie.