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Verkehrsführung Altstadt: Entscheidung für die „Bypass-Querschnittsvariante“ Testzeitraum von April bis Oktober 2018

Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen hat entschieden: Die Kronberger Altstadt wird eine probeweise geänderte Verkehrsführung bekommen. Dabei entschied sich Temmen in seiner Funktion als Ordnungsbehörde und nach Abwägung von Pro und Kontra für die so genannte „Bypass-/Querschnittsvariante“ (Variante 11 neu).

 

Weil aber noch umfangreiche Vorarbeiten zu leisten, Rahmenbedingungen zu klären sind und der angedachte Testbetrieb einen Zeitraum von sechs Monaten haben soll und einen kompletten Sommer beinhalten soll, wird es nicht mehr in diesem Jahr zum Testbetrieb kommen. Temmen: „Wir werden den Testbetrieb nicht mit heißer Nadel stricken. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Ich habe mich daher entschieden, dass die Testphase von April bis Oktober 2018 erfolgen wird. Bis dahin ist ausreichend Zeit, um alle noch erforderlichen Rücksprachen zu führen und Vorbereitungen zu treffen.“

 

Einschätzungen von Verkehrsexperten, wie Prof. Dr. Frank Lademann von der Technischen Hochschule Mittelhessen und den Fachleuten in der Verwaltung, Umfragen unter Einzelhändlern und Gastronomen durch die städtische Wirtschaftsförderung und den Bund der Selbständigen (BdS), die Vorstellung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (ASU) sowie eine eigens zum Thema durchgeführte Informations- und Diskussionsveranstaltung für Einzelhändler, Gastronomen, Anwohner und Bürger – Bürgermeister Temmen bezog alle Beteiligten vor seiner nun zu treffenden Entscheidung mit ein, um möglichst das Für und Wider und möglichst alle Aspekte der möglichen Verkehrsführungen zu erhalten, zu reflektieren, zu bewerten und letztlich auch abzuwägen.

 

Temmen weiter: „Bei alledem hat sich die Bypass-Variante als jene Variante der Verkehrsführung herausgestellt, die die meisten Vorteile auf sich vereinigt und auf die größte Akzeptanz stößt. Und sie liefert die besten Aussichten, unserem Ziel, eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs in der Altstadt zu erreichen und zugleich die Aufenthalts- und damit auch die Einkaufsqualität in der Altstadt zu erhöhen.“

 

Der Bürgermeister begründet, warum der Testbetrieb nicht wie ursprünglich geplant im Juni 2017 starten wird: „Es gibt noch einige Hausaufgaben zu erledigen. Dazu gehören weitere Abstimmungsgespräche und Maßnahmen.“

 

Diese sind u.a.:

  • Abstimmungsgespräche mit Hessen Mobil zur Verkehrsführung und Beschilderung
  • Umsetzung von Markierungsarbeiten und Neuordnung der Parkplätze in der Tanzhausstraße
  • Abstimmungsgespräche mit der Feuerwehr zum Thema Brandschutz
  • Festsetzen von Regelungen für den Anlieferverkehr und Anwohner
  • Durchführung von aktuellen Verkehrszählungen in der Friedrich-Ebert-Straße und Tanzhausstraße VOR Beginn der Testphase, um eine Vergleichbarkeit mit den Zählungen während des Testbetriebs zu erhalten
  • Kommunikation des Testbetriebs gegenüber Anwohnern, Einzelhandel und Gastronomie

 

Es mache keinen Sinn, so der Bürgermeister, den Testbetrieb ohne die entsprechende Vorlaufzeit und dazu noch während der Sommerferien zu starten. „Wir benötigen ausreichend Zeit für eine gründliche Vorbereitung. Alle Beteiligten sollen so früh und umfassend als möglich informiert werden. Auch der BdS habe sich dafür ausgesprochen, den Testbetrieb erst in 2018 zu starten.

 

Der Testbetrieb wird im Rahmen eines studentischen Projekts der TU Gießen begleitet, und erfasst umfangreiche Erhebungen vor und während des Betriebs sowie eine umfassende Analyse. Dazu gehören unter anderem auch Befragungen und die Beobachtung der Verkehrsflüsse.

 

 

Temmen: Mehr Nach- als Vorteile bei den Alternativen

 

Die ebenfalls bei den Betrachtungen der vergangenen Monate in die engere Wahl gezogenen Varianten 1 (gegenläufige Einbahnstraße), 2 (verkürzter Fußgängerbereich) und 3 (Fußgängerbereich ab Frankfurter Tor) haben nach Einschätzung des Bürgermeisters und auf Basis aller gewonnenen Erkenntnisse mehr Nach- als Vorteile. Insbesondere die Varianten 2 und 3 hält Temmen für kaum durchsetzbar. Hier bestehe die große Gefahr, dass der obere Teil der Altstadt durch die damit verbundene Verkehrsführung „abgehängt“ werde, insbesondere weil das Gros der Anwohner sowie die Lieferanten und Kunden von Einzelhandel und Gastronomie im nördlichen Bereich nur über die „Nordschleife“ zum Ziel gelangen könnten. Und bei Variante 1 sei ferner zu befürchten, dass sich die Schirn zum Verkehrsknotenpunkt entwickele und die Tanzhausstraße, weil über sie der gesamte Verkehr aus der Altstadt fließen müsse, deutlichen Mehrverkehr erhalte.

 

Die im Rahmen der Informationsveranstaltung seitens der Bürgerschaft ins Spiel gebrachte „Lösung“ am Ende der Königsteiner Straße die Ausfahrt aus der Altstadt im Norden nur noch mit einer Rechtsabbiegepflicht in die Merianstraße zuzulassen und auf diese Weise den Durchgangsverkehr zur B455 zu verhindern, wird defacto keine Wirkung erzielen, so der Rathauschef. „Dagegen sprechen verkehrs- und straßenbautechnische Gründe. Dauerhafte Kontrollen durch die Ordnungspolizei sind nicht zu leisten und das Verhindern des Geradeausfahrens in den weiteren Verlauf der Königsteiner Straße durch einen Fahrbahnteiler in der Kurve Königsteiner Straße/Merianstraße ist nicht möglich, weil dort der LKW- und Bus-Verkehr sonst Probleme bekommt“, erläutert Temmen.

 

 

Bypass-/Querschnittsvariante als „bestmögliche Option“

 

Bei Abwägung aller Aspekte habe sich Variante 11 neu, die „Bypass-/Querschnitts-Variante“ als bestmögliche Option herausgestellt:

 

Diese sieht vor, dass die motorisierten Verkehrsteilnehmer künftig von der Hainstraße aus kommend über die Tanzhausstraße  in die Altstadt einfahren können und dann, vorbei in Form eines „Bypass“, über die Schirn nach Norden wieder aus der Altstadt ausgeleitet werden. Eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs sei dabei zu erwarten, weil die reine Durchfahrt durch die Altstadt unattraktiver werde.

 

Außerdem, so Temmen weiter, sei ein hoher Qualitätsgewinn für den Schirnplatz und wesentliche Bereiche der Friedrich-Ebert-Straße zu erwarten - sowohl für Fußgänger als auch für die Gastronomie und den Einzelhandel, da der untere Bereich der Friedrich-Ebert-Straße zur Fußgängerzone wird. 

 

„Wer nicht direkt ins Parkhaus Berliner Platz fährt, um von dort aus seine Geschäftsbesuche zu erledigen und mit seinem Wagen weiter in die Altstadt möchte, kommt auch künftig hinein“, betont Temmen, der auch den Stadtbus im Blick hat: Der kann weiter durch die Altstadt fahren. Einzig die Haltestelle Receptur entfalle.

 

Ob sich die geänderte Verkehrsführung durchsetzen kann wird die Testphase 2018 zeigen. Temmen: „Es liegt auch an der Gastronomie und dem Einzelhandel, die Veränderungen zu nutzen. Wenn sich der Test bewährt, werden wir sicher daran festhalten, andernfalls geht es zurück zum Status Quo.“ Gegen diesen hatten sich insbesondere Gastronomie und Einzelhandel bei der Umfrage des BdS ausgesprochen. Das Gros will eine Veränderung, nur über das Wie herrscht keine klare Tendenz.

 

Nun hat der Bürgermeister in seiner Funktion als Ordnungsbehörde die Richtung vorgegeben, wohlwissend, dass er es nicht allen wird recht machen können, Temmen: „Am Ende muss eine Entscheidung getroffen werden. Und dieser möchte ich mich nicht entziehen. Es ist ein Abwägungsprozess zum Wohl der Allgemeinheit und ich bin der Überzeugung, dass wir mit der Bypass-Variante unserem Ziel Verhinderung Durchgangsverkehr und Attraktivitätssteigerung der Altstadt einen großen Schritt näher kommen können.“     


Der Magistrat der Stadt Kronberg im Taunus

 

Klaus E. Temmen                                   

Bürgermeister                    

 

 
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