Begehrtes Prädikat vom Land Hessen erneuert

Kronberg im Taunus bleibt Luftkurort


„Der zuständige Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte beim Regierungspräsidium Kassel hat in seiner Sitzung am 30.10.2019 festgestellt, dass die Voraussetzungen für die Beibehaltung des Prädikats geben sind und dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen die Zustimmung zu empfehlen“, so Fachausschuss-Geschäftsführer Horst Wenzel. Dieser Empfehlung ist Minister Tarek Al-Wazir zu Beginn des Jahres gefolgt und unterzeichnete gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fachausschusses, Reinhard Otto, die Urkunde.

Im Auftrag des Ministeriums überreichte Wenzel die begehrte Zertifizierung mit Urkunde am Mittwoch, 24.06.2020, der Stadt Kronberg im Taunus, vertreten durch Bürgermeister Klaus Temmen und Ersten Stadtrat Robert Siedler. Die Übergabe war bereits für März geplant, konnte wegen der Corona-Einschränkungen jedoch erst jetzt und in kleinem Rahmen erfolgen. 

Alle 10 Jahre müssen Kommunen, die sich „Luftkurort“ nennen oder diese Bezeichnung behalten wollen, eine umfangreiche Prädikatsüberprüfung absolvieren.

Kronberg im Taunus, erhielt die Auszeichnung erstmals am 28.06.1966, damals noch als eigenständige Stadt Kronberg (Taunus). Zu den umfassenden umfangreichen und zeitintensiven Prüfverfahren zählt ein Luftqualitätsgutachten. Für dieses wurde über einen Zeitraum von drei Monaten an zwei Standorten, am Berliner Platz und im Viktoriapark, der Gehalt an Stickstoffdioxid (NO2) gemessen. Ferner erfolgte ein weiteres Gutachten durch den Deutschen Wetterdienst, die so genannte vereinfachte Klimaanalyse.

Als letzter Schritt des erfolgreichen Zertifizierungsverfahrens nahm der Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium Kassel im Juni 2019 eine Ortsbesichtigung in Kronberg im Taunus vor.

Danach stand fest, dass Kronberg im Taunus auch weiterhin alle erforderlichen Voraussetzungen für die Prädikatsvergabe „Luftkurort“ erfüllt.

Zwischenzeitlich hatte die Stadt Kronberg im Taunus auch prüfen lassen, ob sie sich gemeinsam mit der Stadt Königstein im Taunus um die Auszeichnung „Heilklimatischer Kurort“ bewerben kann. Dazu Erster Stadtrat Robert Siedler: „Das Ergebnis der eingehenden Prüfung der Bedingungen in Gesprächen mit dem Regierungspräsidium Kassel war, dass die besonderen Rahmenbedingungen für ein solches Verfahren gegenwärtig nicht gegeben sind, da Kronberg im Taunus beispielsweise nicht über die erforderlichen Kennzahlen im Bereich von Kureinrichtungen verfügt. Wir haben dann das ursprüngliche Verfahren zur Erneuerung der Zertifizierung als Luftkurort fortgeführt.“

Um die Zertifizierung zu erhalten müssen verschiedene Qualitätsstandards nachgewiesen werden. So wird im Rahmen des Anerkennungsverfahrens untersucht, ob der Antragsteller weiterhin die Anforderungen an einen „Luftkurort“ erfüllt. Dazu gehören unter anderem:

  • Ausreichende medizinische Versorgung (Ärzte, Apotheken, Erste Hilfe)
  • Öffentliche Toilette
  • Zentrale Auskunftstelle
  • Unterkünfte in Beherbergungsbetrieben mit mittlerem bis gehobenem Komfort
  • Der Erholung dienende Einrichtungen und erschlossene Gebiete in gehobener Qualität
  • Angebote für gesundheitliche und sportliche Aktivitäten
  • Unterhaltungsangebote
  • Gepflegtes und ausgeschildertes Wanderwegenetz
  • Bioklimatische begünstigte Lage und ausreichende Luftqualität (dies wird dokumentiert durch zwei Gutachten)

„Dass Kronberg im Taunus auch weiterhin die strengen Vorgaben für das Prädikat Luftkurort erfüllt tut gut. Die Auszeichnung ist umso bedeutender, da es in einigen Kommunen in Ballungsräumen angesichts hoher Feinstaubbelastungen Einschränkungen und Fahrverbote für Kraftfahrzeuge gibt“, kommentierte Erster Stadtrat Robert Siedler die erneute Zertifizierung. 

Auch Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen freut sich über die Erneuerung des begehrten Prädikats: „Das ist natürlich auch ein wichtiger Baustein für unser Stadtmarketing. Ich freue mich, dass ich das neue Zertifikat noch während meiner Amtszeit in Händen halten darf und bin sicher, dass auch meine Amtsnachfolgerin oder mein Amtsnachfolger die Wertigkeit dieses Prädikats für unsere Stadt zu schätzen wissen wird.“

Kronberg im Taunus, 24.06.2020