Kronberg: Feierliche Preisverleihung im Sitzungssaal des Rathauses

Bürgerpreis 2020 geht an 5 Stiftungen 


Die Stadt Kronberg im Taunus hat den Bürgerpreis 2020 verliehen. Preisträger sind fünf Kronberger Stiftungen:

Dingeldein Stiftung

Kronberg Stiftung

Carl und Erika Neubronner Stiftung Kronberg

Dr. Ludwig Pfannemüller Stiftung

Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung

Die Auszeichnung erfolgte am Freitag, 8. Oktober 2021, im Rahmen einer Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses. Traditionsgemäß verleiht die Stadt Kronberg im Taunus alljährlich den beim Neujahrsdialog den Bürgerpreis für das Vorjahr, doch aufgrund der Corona-Pandemie musste der Neujahrsdialog im Januar 2021 ausfallen – wie so vieles in diesem Jahr. Nun war es endlich möglich den Preis in einem angemessenen Rahmen verleihen zu können.

Seit dem Jahr 2003 verleiht die Stadt Kronberg im Taunus den Bürgerpreis für besonderes ehrenamtliches Engagement. Die bisherigen Preis­trägerinnen und Preisträger kamen aus den unterschiedlichsten Bereichen unserer Stadtgesellschaft.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Magistrat auf Vorschlag des damaligen Bürgermeisters Klaus Temmen entschieden, den Bürgerpreis 2020 an fünf Stiftungen zu verleihen. „Mit der Verleihung des Bürgerpreises 2020 an diese fünf Stiftungen soll die vielfältige und langjährige Förderung und Unterstützung des ehren­amtlichen Engagements in Vereinen, Organisationen und Institutionen, von kulturellen und sozialen Projekten sowie im Bereich der Bildung, des Sports und der Kinder- und Jugendarbeit in unserer Stadt gewürdigt werden“, so Kronbergs Bürgermeister Christoph König, der die Laudatio hielt.

Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche hatte zuvor die Vertreterinnen und Vertreter der ausgezeichneten Stiftungen und Ehrengäste begrüßt und deutlich gemacht, dass die Verleihung des Bürgerpreises durch die Stadt Kronberg im Taunus auch ein Zeichen der Wertschätzung für all das sei, was die Stiftungen in der Vergangenheit und auch heute noch in und für Kronberg im Taunus geleistet haben und leisten.

Die Feierstunde musikalisch eingeleitet hatte ein Celloquartett mit jungen Künstlerinnen und Künstlern der Kronberg Academy, bestehend aus Marie Laetitia Braun, Pablo Camba Di Gregorio, Dhana Liedtke und Carl Lerche.

Zu den Stiftungen:

Dingeldein Stiftung

Die Dingeldein Stiftung erinnert an die Kronberger Unternehmerin Elisabeth Dingeldein und wurde auf Ihren Wunsch nach ihrem Tod im Jahr 2003 gegründet.

Elisabeth Dingeldein, die selbst keine Erben hatte, hinterließ neben ihrem Geschäftshaus in der Friedrich-Ebert-Straße auch etwas Kapital, um bürgerschaftliches Engagement in Kronberg zu unterstützen.

So konnte die Stiftung in den vergangenen Jahren z. B. die ökume­nische Diakoniestation und andere Vereine unterstützen. Das Museum Kronberger Malerkolonie, die Kronberger Kirchengemeinden und die Burg Kronberg wurden gefördert.

Sichtbarer Dreh- und Angelpunkt der Dingeldein Stiftung ist natürlich das gleichnamige Haus in der Friedrich-Ebert-Straße, seit neuestem aber auch der dahinter gelegene Hof mit der Scheune, die mit großem Engagement restauriert und hergerichtet wurde, und die sich in den nächsten Jahren ganz sicher als kleiner, feiner Veranstaltungsort einen festen Platz im Kronberger Kulturleben sichern wird.

In diesem Zusammenhang sei nicht unerwähnt, dass es ein reiner Glücksfall für Kronberg ist, dass die Kronberger Bücherstube von Dirk Sackis ausgerechnet im Dingeldein-Haus ihr Zuhause gefunden hat. Hier passt alles zusammen.

Kronberg Stiftung

Die Kronberg Stiftung, 2007 von der Evangelischen Markus-Gemeinde Schönberg und Kronberger Bürgerinnen und Bürgern gegründet, ist die einzige Stiftung nach Kirchenrecht unter unseren Preisträgern.

Sie unterstützt – getreu ihrem Motto „Wir fördern Gemeinde“ – insbesondere Projekte der Kinder-, Jugend- und Familienarbeit und für Senioren, Projekte des kulturellen Austauschs und des Dialogs, der Bildungs- und Betreu­ungsarbeit und erfüllt so den Gedan­ken der christlichen „Fürsorge für den Nächsten“ mit Leben.

Zum Beispiel unterstützt die Stiftung das Projekt „RatHaus“ der Altkönig­schule, sie fördert Projekte in der KiTa Rappelkiste und der Viktoriaschule, aber auch das Schönberger Forum der Markusgemeinde, eine Vortragsreihe zu aktuellen Themen aus Kirche und Gesellschaft.

Besonders möchte ich die Unterstützung für das integrative „Lädchen für alles“ erwähnen - für Schönberg ein besonders wichtiges Projekt.

Neubronner Stiftung

Die Carl und Erika Neubronner Stiftung Kronberg, 1997 gegründet, erinnert an den Kronberger Ehrenbürger Carl Neubronner und seine Frau Erika, die sich zeitlebens für das Gemeinwohl der Stadt engagierten. Carl Neu­bronner, 1896 geboren war der Sohn des Hofapothekers Dr. Julius Neu­bronner, in Kronberg vor allem bekannt als Pionier der Brieftauben­photographie. Carl Neubronner leitete 70 Jahre lang das Familien­unternehmen, war Mitbegründer des TEVC Kronberg und verstarb im Alter von 101 Jahren.

Die Neubronner Stiftung hat sich die Unterstützung behinderter und bedürftiger Kronberger Bürger und die Förderung kultureller Veran­staltungen zur Aufgabe gemacht.

So hat sie maßgeblich mit Zuwendungen zur Ausstattung im Kaiserin-Friedrich-Haus (beim Alzheimer- und Demenz-Tagespflegeprojekt) beigetragen. Sie unterstützt das therapeutische Reiten im Reitclub Kronberg und ermöglicht außerdem immer wieder Zuwendungen an unterschiedliche Vereine.

Pfannemüller Stiftung

Die 2008 ins Leben gerufene Dr. Ludwig Pfannemüller Stiftung erin­nerte an den im gleichen Jahr 2008 verstorbenen Mediziner Dr. Ludwig Pfannemüller.

Pfannemüller reiste zunächst als Militärarzt, später als Tropen­mediziner durch viele Länder, zeitweilig war er der Leibarzt des letzten Kaisers von Äthiopien. 1972 kam er nach Eschborn zur GAWI, einer Vorläuferin der heutigen Gesell­schaft für internationale Zusammenarbeit. So verbrachte er seine letzten Lebensjahre in Kronberg und brachte auf Anregung von Egbert Fröhlich einen Teil seines Nachlasses in die nach ihm benannte Stiftung ein.

Von 2010 bis 2020 wurden durch die Dr. Ludwig Pfannemüller Stiftung bedürftige Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, aber auch soziale Initiativen in Kronberg unterstützt.

Unter anderem konnte der Umbau des Fritz-Emmel-Hauses, die Anschaf­fung eines Bauwagens für den Waldkindergarten und Seniorenfahrten gefördert werden. Pflegende Angehörige von an Demenz und Alzheimer erkrankten Personen wurden mit Zuwendungen bedacht. Außerdem leistete die Stiftung Weihnachts­unterstützung und zahlreiche Einzel­unterstützungen für Bedürftige.

Als echte Verbrauchsstiftung hat die Pfannemüller Stiftung ihr Kapital im vergangenen Jahr aufgezehrt und besteht mittlerweile nicht mehr.

Rheinberger Stiftung

Die Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung erinnert an den 2011 verstorbenen Unternehmer und Mäzen Klaus Rheinberger und seine 1999 verstorbene Frau Liselott Schindling-Rheinberger, die in der deutschen Öffentlichkeit unter dem Namen Liselott Linsenhoff als mehrfache Olympiasiegerin im Dressurreiten in Erinnerung ist; Krönung ihrer sportlichen Karriere war die Goldmedaille im Einzel-Dressurreiten 1972 in München.

Die Rheinberger Stiftung hat ein breites Aufgabenspektrum: Dazu gehören die Förderung des Sports, des Landschafts- und Denkmal­schutzes und des Heimatgedankens, der Wohlfahrtspflege, kultureller Zwecke und die Unterstützung von Tierheimen – jeweils in und um Pirmasens (der Heimatstadt von Klaus Rheinberger) und in Kronberg, wo die Familie seit vielen Jahren ansässig war und noch ist.

So, wie sich die Familien Linsenhoff und Rheinberger in und für Kronberg engagiert haben und heute noch engagieren, so wirkt die Rheinberger Stiftung seit vielen Jahren und in heraus­ragendem Maße speziell im kulturellen und sozialen Bereich.

Unter anderem die Sanierung der Burg Kronberg, der Umzug des Museums Kronberger Malerkolonie in die Villa Winter oder die Umsetzung des „Kindertagespflege-Vertretungsmodells“ wären ohne die Unterstützung der Rheinberger Stiftung kaum möglich gewesen.

Darüber hinaus engagiert sich die Rheinberger Stiftung mit vielen weiteren Spenden im kulturellen, Bildungs- und sozialen Bereich in unserer Stadt. Beispielhaft angeführt seien hier die Unterstützung der Kronberg Academy, der Stadtbücherei und des Opel-Zoos.

Insgesamt, so Bürgermeister König, sei in den zurückliegenden zehn Jahren durch das Wirken der ausgezeichneten Stiftungen ein stattlicher siebenstelliger Betrag an Zuwen­dungen geflossen. „Und unabhängig davon, ob es große oder kleinere Beträge sind – die Stiftungen haben es immer geschafft, ihre Hilfe sehr individuell und treffsicher dorthin zu bringen, wo sie gerade gebraucht wird.“

König dankte im Namen von Stadt und Stadtgesellschaft für dieses herausragende Engagement. „Die Stiftungen - und damit auch die Stifter, die den Stiftungen nicht nur ihren Namen, sondern auch die Möglichkeiten gegeben haben - helfen aus einem Gefühl der Verantwortung. Der Verantwortung für die einzelnen Menschen in dieser Stadt, aber eben auch für die Gesell­schaft, die mehr ist als die Summe der einzelnen Menschen. Es waren die Stifter, die diese Verantwortung gesehen und angenommen haben. Und es sind die Stiftungen, die diese Verantwortung heute tragen und ihr gerecht werden“, betonte König.

Der Bürgerpreis 2020 sei ein sichtbares Zeichen des Dankes an die fünf Stiftungen für die jahrelange sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Kronberg im Taunus und für die großzügige Unterstützung der vielen sozialen und kulturellen Projekte sowie die Unterstützung des bürger­schaftlichen und ehrenamtlichen Engagements in Kronberg.

Der Bürgermeister weiter: „Und auch wenn die Stadt nun diese fünf Stiftungen auszeichnet, so möchte ich doch den Blick auch auf alle anderen Spender, Sponsoren und Gönner richten, die unsere Stadt in den unterschiedlichsten Bereichen und Projekten ebenfalls und immer wieder unterstützen. Allein um die 30 Stiftungen von A wie Alzheimer bis Z wie Zoo sind in und für Kronberg aktiv. Auch ihnen allen gilt unser herzlicher Dank!“

Königs Amtsvorgänger Temmen bedankte sich ebenfalls bei den Preisträgern und wies in seinem Grußwort auf eine Besonderheit der fünf ausgezeichneten Stiftungen hin. So gebe es eine enge Verzahnung zwischen den Stiftungen und der Stadt durch die Einbindung des Bürgermeisters, kraft Amtes, entweder in den Vorstand, das Kuratorium oder in einen Beirat. Temmen: „So war und ist es der Stadt möglich Impulse, Vorschläge oder Anregungen für eine Förderung von, den Stiftungszwecken entsprechenden, Projekten und Maßnahmen oder von gemeinnützigen Institutionen, Organisationen oder ehrenamtlichen Engagement in Vereinen zu tätigen.“ Temmen drückte ferner seine Hoffnung aus, dass die Stiftungen der Stadt auch weiterhin gewogen bleiben. Der Bürgermeister a.D.: „Unser gemeinsames Ziel war immer: Wir wollen helfen und durch Sie konnten wir auch helfen, viel Gutes für die Menschen, die Vereine und Institutionen und damit für unsere Stadt tun.“

Gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Knoche überreichte Bürgermeister König den Bürgerpreis 2000 nebst Urkunden stellvertretend für die Stiftungen an die jeweiligen Stiftungsvorstände.

Foto: Die Stiftungsvorstände mit Bürgermeister König, Stadtverordnetenvorsteher Knoche und Bürgermeister a.D. Temmen bei der Preisverleihung im Sitzungssaal des Rathauses.

Kronberg im Taunus, den 11.10.2021