Hessens Innenminister Peter Beuth überreicht Auszeichnung 

KOMPASS-Sicherheitssiegel für Kronberg im Taunus


Ende 2017 hatte die Hessische Landesregierung mit der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunalProgrAmmSicherheitsSiegel) ein weiteres, neues Kapitel in der Sicherheitsstrategie des Landes Hessen aufgeschlagen. Die Initiative verfolgt das Ziel, das Sicherheitsgefühl in den Kommunen zu stärken, indem gemeinsam individuelle Lösungen entwickelt werden.

Seit Ende des Jahres 2018 nimmt auch Kronberg im Taunus an der Sicherheitsinitiative teil. In dieser Zeit wurden gemeinsam mit der Polizei sowie den Bürgerinnen und Bürgern ausgemachte Probleme identifiziert und mit passgenauen und konkreten Sicherheitsmaßnahmen beantwortet. Am heutigen Freitag überreichte Hessens Innenmister Peter Beuth der Stadt Kronberg im Taunus das KOMPASS-Sicherheitssiegel als sichtbares Zeichen für das gemeinsame Engagement und zog gemeinsam mit Kronbergs Bürgermeister Christoph König und Kronbergs Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche Bilanz. 

„KOMPASS ist bundesweit einmalig und wir sind stolz, eine der wenigen Modellkommunen in Hessen sein zu dürfen, die daran teilnehmen durften, und dies mit Erfolg“, konstatierte Bürgermeister König. Mit KOMPASS, so König weiter, würden passgenaue Sicherheitskonzepte durch die beteiligten Sicherheitspartner, Kommune, Polizei, Bürgerinnen und Bürger sowie weitere gesellschaftliche Akteure, gemeinsam erarbeitet und umgesetzt. „Kronberg im Taunus erfüllt alle Kriterien, um dieses besondere Siegel entgegennehmen zu können.“

Dass Kronberg im Taunus eine sichere Stadt ist, belegen immer wieder Zahlen der Kriminalitätsstatistik. Dennoch ist auch Kronberg nicht gänzlich frei von Unrechtmäßigkeiten. König: „Sachbeschädigungen und Straftaten gibt es auch in unserer Stadt. Polizei, städtische Ordnungsbehörde, private Sicherheitsdienste und Streetworker arbeiten eng zusammen, um Taten zu verhindern und Tatbestände aufzuklären.“

Auf dem Weg zur Erfüllung der KOMPASS-Kriterien hat die Stadt in den vergangenen Wochen und Monaten gemeinsam mit Polizei, städtischer Ordnungsbehörde, den Bürgerinnen und Bürgern und einer Vielzahl weiterer Akteure aus dem gesellschaftlichen Leben ein Sicherheitsprogramm erarbeitet, dessen Schwerpunkt auf der Prävention liegt. Der Start für das KOMPASS-Projekt in Kronberg im Taunus erfolgte durch eine Präventionssitzung am 11. September 2018, also fast genau vor 3 Jahren. An dieser Sitzung nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Polizeipräsidiums Westhessen und der Stadt Kronberg im Taunus teil. Ziel war es, Kriterien für eine Verleihung des Sicherheitssiegels KOMPASS zu erlangen. Seither folgte eine Reihe an weiteren Schritten.

Mit einer Blitzumfrage zum Thema „Subjektives Sicherheitsempfinden“ unter Bürgerinnen und Bürgern sowie Besucherinnen und Besuchern der Stadt Kronberg im Taunus der Stadt

Kronberg im Taunus auf den Wochenmärkten in Kronberg und Schönberg sowie auf dem Dalles in Oberhöchstadt wurden im Februar 2019 rund 120 Passantinnen und Passanten nach ihrem persönlichen Sicherheitsbefinden befragt. Im Gros, so das Ergebnis, fühlen sich die Menschen in unserer Stadt sicher. Allerdings wurden mitunter auch einige Bereiche definiert, bei denen sich einige der Befragten während des Aufenthalts unwohl und nicht sehr sicher fühlen, wie etwa der Berliner Platz, der Bahnhof oder der Victoriapark.   

Bei der 1. Sicherheitskonferenz am 27. Juni 2019, an der auch Vertreterinnen und Vertreter von Gewerbe, Bund der Selbständigen, die Schulen, Kindertagesstäten und Vereine teilnahmen wurden weitere Erfahrungen und Einschätzungen zum subjektiven Sicherheitsempfinden eingeholt. Die Informationen aus dieser Runde deckten sich weitestgehend mit dem Ergebnis der Umfrage aus dem Februar 2019.

Bürgermeister König: „In der Folge wurde eine detaillierte Sicherheitsanalyse für Kronberg erstellt, bei der auch alle bereits bewährten Maßnahmen und Programme für die Sicherheit in unserer Stadt berücksichtigt wurden. Hinzu kamen neue Ansätze für zusätzliche Maßnahmen, um die Sicherheit vor Ort weiter zu verbessern.“

Die Präsentation dieser Sicherheitsanalyse erfolgte im Rahmen der 2. Sicherheitskonferenz am 22. September 2020.

Auf der Grundlage der Ergebnisse, der im Rahmen von KOMPASS erstellten Sicherheitsanalyse wurden Aufgabenstellungen abgeleitet, die das Ziel der Verbesserung der subjektiven und objektiven Sicherheitslage in Kronberg haben und Handlungsfelder für die inzwischen installierte Arbeitsgruppe „Öffentlicher Raum“ haben. 

Ein paar Beispiele für konkrete erfolgte Maßnahmen:

·         Ausbildung so genannter Sicherheitsberaterinnen und –berater für Seniorinnen und Senioren. Insgesamt 11 solcher Beraterinnen und Berater, die inzwischen ehrenamtlich tätigt sind, konnte die Stadt zur Ausbildung beim Polizeipräsidium Westhessen anmelden. Hier wird wertvolle Arbeit geleistet, insbesondere wenn es darum geht, die Bevölkerung vor Trickbetrügern zu schützen.

 

·         Um das persönliche Sicherheitsempfinden zu stärken überprüft die Stadt verstärkt die Beleuchtung im öffentlichen Raum, was in der Kernstadt Kronberg bereits seit dem Projektstart geschieht und inzwischen auch auf die Stadtteile Schönberg und Oberhöchstadt ausgeweitet wurde. Dabei wurde die Stadt auch vom Polizeipräsidium Westhessen begleitet und beraten.

 

·         Gegenwärtig in Arbeit ist die Überprüfung und Anpassung der städtischen Gefahrenabwehrverordnung. Hier geht es unter anderem um die Möglichkeit, die Aussprache von Platzverweisen für den Berliner Platz auf den Bereich der Heinrich-Winter-Straße auszuweiten oder gezielt für bestimmte Bereiche auch ein Alkoholverbot aussprechen zu können.

 

·         Durch gemeinsame Kontrollen von städtischer Ordnungsbehörde und der Polizei von Gaststättenbetrieben im Hinblick auf die Einhaltung von Vorschriften, wurde und wird der Jugendschutz gestärkt.

 

·         Im Juli 2021 wurde gemeinsam mit der Polizei das Projekt „Fahrradkodierung“ im gestartet und soll auch weiterhin mit Aktionstagen angeboten werden.

Im Rahmen der Bürgermeisterdienstversammlung im Hochtaunuskreis soll zudem das Thema der Reaktivierung des Freiwilligen Polizeidienstes erörtert werden.

„Das Projekt KOMPASS trägt maßgeblich dazu bei, die Sicherheit in der Stadt Kronberg im Taunus zu stärken und wir freuen uns sehr über die Kriterien für die Verleihung des KOMPASS-Siegels erreicht zu haben“, so König, der allen Beteiligten für ihre Unterstützung bei der Umsetzung des KOMPASS-Projekts dankte, bei den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Polizei und Verwaltung sowie bei allen ehrenamtlich für die Sache wirkenden Aktiven. König: „Stellvertretend für alle nenne ich den Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, Herrn Volker Humburg. Herzlichen Dank, auch im Namen meines Amtsvorgängers Klaus Temmen, in dessen Amtszeit wesentliche Inhalte des KOMPASS-Projekts umgesetzt wurden.“

Kronbergs Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche lobte die Arbeit gleichfalls und konstatierte: „Eine Kommune ist nur dann für ihre Menschen liebens- und lebenswert, wenn sich die Bevölkerung, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Gäste dort wohl und auch sicher fühlen. Mit dem Landesprogramm KOMPASS ist ein wichtiger Dialog über die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in unserer Stadt erfolgt. KOMPASS leistet einen wichtigen Beitrag, damit die Sicherheit in unserer Stadt weiter gestärkt wird. Auch der Kronberger Präventionsrat, den es schon vor KOMPASS gab, profitiert von den Ergebnissen im Rahmen des KOMPASS-Projekts und kann seine Arbeit noch zielgerichteter führen.

Knoche betonte ferner, dass die Auszeichnung nicht bedeutet, dass es in Kronberg im Taunus künftig keine Straftaten mehr geben werde, sie stehe vielmehr und erster Linie dafür, dass sich die Stadt in besonderem Maße für die Sicherheit der Menschen interessiere und einsetze, dass sie Sorgen und Ängste ernst nehme und gemeinsam mit anderen Beteiligten daran arbeite, ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Der Stadtverordnetenvorsteher rief zudem auf: „Lassen Sie uns gemeinsam weiterhin und mit aller Kraft daran arbeiten, dass Sicherheit in unserer Stadt auch weiterhin keine Unsicherheit ist.“

Staatsminister Beuth brachte zum Ausdruck, dass die Beteiligung der Kommunen am KOMPASS-Projekt die ein wichtiger Beitrag zur weiteren Stärkung der Sicherheit in ganz Hessen ist und lobte die Stadt Kronberg im Taunus für ihr Engagement im Interesse der Bürgerinnen und Bürger. Die Vize-Präsidentin des Polizeipräsidiums Westhessen, Roswitha Briel, bescheinigte Kronberg, dass die Stadt im landesweiten Vergleich mit zu den sichersten Kommunen zähle, was die Kriminalitätsstatistik belege. Die Häufigkeitszahl (Straftaten pro 100.000 Einwohner) lag 2020 im Landesschnitt bei 5446, in Kronberg deutlich niedriger bei 3287. 

2020 wurden im Hochtaunuskreis insgesamt 8698 Straftaten verzeichnet,  gegenüber 2019 ein Rückgang um 3,9 Prozent. Ein Großteil dieser Fälle waren Sachbeschädigungen und Diebstahlsdelikte. In Kronberg im Taunus wurden in 2020 insgesamt 600 Straftaten registriert. Die „Top 5“ der Straftaten entfielen auf Sachbeschädigung (17,5%), Betrug (9,7), Fahrraddiebstahl (8,2), Körperverletzung (7,2) und Rauschgiftdelikte (6,8).

Die Aufklärungsquote in 2020 im Hochtaunuskreis lag bei 63,5%. Hier allerdings fällt Kronberg im Taunus etwas ab. Von den 600 Straftaten in Kronberg wurden 53,5% geklärt.

Foto: Freuen sich über die Auszeichnung für Kronberg im Taunus (von links): Elke Barth (MdL), Innenminister Peter Beuth, Bürgermeister Christoph König, Bürgermeister a.D. Klaus Temmen.

 

Kronberg im Taunus, 17.09.2021