Auszeichnung für Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Kronberg erhält Qualitäts-Label „StadtGrün naturnah"


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Blühwiesen für Wildbienen statt kurz geschorener Vielschnittrasen. Stadtbäume, die so gepflegt werden, dass sie altern können statt gefällt und ersetzt zu werden. Vorschriften für eine lebendige Vorgartengestaltung ohne Schottersteine. Dies sind nur einige von vielen Maßnahmen, mit denen Städte und Gemeinden Punkte für das Label „StadtGrün naturnah“ sammeln können. Die begehrte Auszeichnung wird seit vier Jahren vom Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ und der Deutschen Umwelthilfe im Rahmen des Projektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ vergeben.  

Jetzt wurden in Düsseldorf 15 weitere Kommunen in Deutschland mit dem Label ausgezeichnet werden, darunter auch die Stadt Kronberg im Taunus. Kronbergs Erster Stadtrat Robert Siedler und die Leitern des Umweltreferats, Yvonne Richter, nahmen die Auszeichnung persönlich in Düsseldorf entgegen.

Die Zahl der zertifizierten Städte und Gemeinden steigt damit auf insgesamt 49, mit zusammen rund 6,5 Mio. Einwohnenden. „Diese 15 Kommunen haben eines gemeinsam: Sie sind ganz vorne mit dabei, wenn es um naturnahes Stadtgrün geht“, sagt Janos Wieland von der Deutschen Umwelthilfe. „Dass dies kein Selbstzweck ist, hat sich gerade in Zeiten von Corona wieder gezeigt: Während der Pandemie waren wohnortnahe Parks und Grünflächen für viele Menschen die einzige Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten. Und naturnahes städtisches Grün kann noch mehr: Es ist ein wichtiger Baustein für die Anpassung an den Klimawandel und beherbergt zudem zahlreiche Tiere und Pflanzen.“

„Viele Städte und Gemeinden erkennen gerade, dass sie naturnahes Stadtgrün brauchen, um zukunftsfähig zu werden“, erklärt Gerold Rechle, Vorsitzender des Bündnisses „Kommunen für biologische Vielfalt“.  

Der Prozess, der während des Labelverfahrens durchlaufen wird, trägt dazu bei, Flächen zu identifizieren und aktive Personen in den Kommunen zusammenzubringen.

Das Label wird in drei Qualitätsstufen (Gold, Silber und Bronze) vergeben. Wurden bereits einzelne Maßnahmen umgesetzt und liegen konkrete Planungen für die nächsten drei Jahre vor, kommt das Bronze-Label in Frage. Bei der Re-Zertifizierung nach drei Jahren wird geprüft, ob die Planungen bis dahin umgesetzt wurden. Auch für die weiteren Label-Stufen werden die Planungen berücksichtigt. Der Anteil bereits umgesetzter Maßnahmen muss jedoch im Vergleich zum Bronze-Label deutlicher höher sein. In größeren Kommunen werden in der Regel mehr Maßnahmen und Projekte umgesetzt.

 

Entscheidend für die Label-Vergabe ist daher nicht deren Anzahl, sondern wie konsequent innerhalb der relevanten Handlungsfelder.

Die Stadt Kronberg im Taunus erhält das Label in Stufe „Gold“. Das Label ist für jeweils drei Jahre gültig und kann durch eine Re-Zertifzierung erneuert werden.

 

Und dies hat die Stadt Kronberg im Taunus umgesetzt:

·         Naturnahe Gestaltung des Spielraums Amselweg und der öffentlichen Grünflächen in dem Wohngebiet

·         Naturnahe Sanierung des Spielplatzes in der Friedensstraße

·         Extensive Pflege von Wiesen, z.B. im Victoriapark und auf Friedhöfen

·         Artenanreicherung in Wiesen

·         Naturgarten bei den Stadtwerken

·         Anlage einer Wildstrauchhecke auf dem Spielplatz Triftweg

·         Naturnahe Gestaltung des Regenüberlaufbeckens in der Altkönigstraße in Zusammenarbeit mit dem Verein „Freunde Heckstadts“

·         Anlage von Blühflächen im Rahmen von Straßensanierungen

·         Beschluss der Grünflächenstrategie durch die Stadtverordnetenversammlung

In der aktuellen Runde wurden folgende Label vergeben:  

Gold: Arnsberg, Düsseldorf, Eckernförde, Freiburg, Göttingen, Kronberg, Ravensburg
Silber: Bad Dürrheim, Bielefeld, Geretsried, Germersheim
Bronze: Blankenburg, Stutensee, Wertheim, Wittenberg

Das Projekt „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

 

Kurzporträt:

Kronberg im Taunus (Gold): In der hessischen Stadt ist der Spielplatz Amselweg ein Vorbild für einen urbanen Naturerfahrungsort. Neben Spielgeräten tragen freie Flächen ohne vorgegebenen Verwendungszweck und mit Naturmaterialien, heimischen Stauden, Sträuchern und Bäumen zur Naturerfahrung bei. Extensive Wiesen bereichern einen Friedhof auf dem die Fingerkraut-Sandbiene entdeckt wurde und nun aktiv gefördert wird. Bei der Anlage des neuen Wohngebietes „Am Henker“ wurden straßenbegleitende Kleinflächen und Baumbeete naturnah gestaltet. Hierbei wurde die Einsaat von Wiesenblumen und Stauden mit Initialpflanzungen kombiniert, um die Entwicklung der Flächen zu beschleunigen. Ergänzend ist die Pflanzung von heimischen Sträuchern und Bäumen im Wohngebiet vorgeschrieben und bei der Anlage von öffentlichen Grünflächen wird seit 2010 auf heimische Stauden und Gehölze gesetzt. Der Erhalt und die Förderung der 4.500 städtischen Bäume im Innenbereich der Stadt wurde im „Beschluss zur Biodiversität“ festgehalten.

 

 

Kronberg im Taunus, 17.09.2021