Kronberg: Magistrat erinnert an verdienten Ehrenbürger 

25. Todestag von Carl Neubronner


Carl Neubronner, Sohn des Apothekers Dr. Julius Neubronner und seiner Frau Charlotte, geb. Stiebel, einer Enkelin von Jacques Reiss, wuchs in Kronberg auf. Nach seiner Ausbildung zum Ingenieur trat er in die vom Vater in Kronberg gegründete „Fabrik feucht- und trockenklebender Papiere Dr. J. Neubronner“ ein, die 1934 nach Oberursel verlegt wurde.

In seiner Heimatstadt Kronberg unterstützte Carl Neubronner soziale und kulturelle Zwecke. Anlässlich seines 90. Geburtstags gründete er die Carl-Neubronner-Sport-Stiftung, aus der besondere Leistungen im sportlichen Bereich finanziell anerkannt oder Investitionen gefördert werden können. Im Jahr 1997 gründete er mit seiner zweiten Frau die gemeinnützigen Zwecken dienende Carl-und-Erika-Neubronner-Stiftung.

Carl Neubronner, der in der NS-Zeit wegen seiner Abstammung unter Zwangsmaßnahmen zu leiden hatte, regte die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgungen an, das 1983 unterhalb des Kronberger Rathauses verwirklicht wurde. Zu seinen Verdiensten zählen auch Erhalt und Publikation der von seinem Vater Julius um die vorvorige Jahrhundertwende in Kronberg gedrehten Filme, die er dem Deutschen Filmmuseum Frankfurt übergab. Als Grundstock für ein künftiges Stadtmuseum stiftete er eine Vitrine mit Exponaten zur Geschichte seiner Familien.

Am 11. Oktober 1984 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, Carl Neubronner in Würdigung seiner Verdienste um Kronberg die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kronberg im Taunus zu verleihen.

Carl Neubronner starb am 19. November 1997 im Alter von 101 Jahren.