Kronberg: Traditioneller Jahresempfang in der Stadthalle

Über 300 Gäste beim Neujahrsdialog


Sie alle waren der Einladung der Stadt und der Vereinsringe Kronberg und Oberhöchstadt zum Empfang im Festsaal gefolgt.

Cellist Luca Giovannini, Student bei Frans Helmerson an der Kronberg Academy und bereits im jungen Alter mehrfacher Preisträger internationaler und renommierter Auszeichnungen, eröffnete den Neujahrsdialog mit seinem Spiel auf einem Cello von Ansaldo Poggi aus dem Jahr 1927. Nach dem Sektempfang im Foyer hieß Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche die Gäste ganz offiziell herzlich willkommen und leitete in den unterhaltsamen und kurzweiligen Nachmittag ein, bei dem der Dialog und die Bürgerpreis-Verleihung im Mittelpunkt standen. Stadtverwaltung, Aktionskreis Lebenswerte Altstadt, die Partnerschaftsvereine, der Verein Tourismus in Kronberg und das Posthaus sorgten mit ihrer Unterstützung für den passenden Rahmen und den Service.

Auch Kronbergs Bürgermeister Christoph König begrüßte die Gäste und blickte in seiner Ansprache zurück auf das Jahr 2022 zurück, das einmal mehr ein schwieriges Jahr mit vielen Herausforderungen gewesen sei. König erinnerte an den 24. Februar 2022, den Tag als sich die Welt veränderte, Russland den Krieg gegen die Ukraine eröffnete. Den Menschen in der Ukraine und den Flüchtlingen, so König, komme auch aus und in Kronberg große Unterstützung zuteil. Sporthallen an der Altkönigschule wurden temporär zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert, inzwischen sind rund 300 Flüchtlinge im ehemaligen Ausbildungszentrum der Deutsche Bank am Oberen Aufstieg untergebracht. Alle Unterstützung, dies betonte König, sei ohne die zahlreich wirkenden ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer aus der Bürgerschaft und den vielen Organisationen und Institutionen nicht möglich. Stellvertretend für die Stadt Kronberg im Taunus sprach der Bürgermeister all jenen Dank aus. „Wir werden Sie auch in diesem Jahr wieder benötigen.“

Zu den großen Herausforderungen und Aufgaben für die Gesellschaft, führte König im Verlauf seiner Ansprache aus, zähle auch der Klimawandel. Dessen Auswirkungen seinen insbesondere im vergangenen Sommer auch in Kronberg deutlich zu spüren gewesen. Monatelange Hitze und Trockenheit sorgten dafür, dass die Kronberger Wasserampel lange Zeit auf „Rot“ stand und der Trinkwasserverbrauch erheblich eingeschränkt werden musste. König lobte diesbezüglich das vorbildliche Verhalten der meisten Kronbergerinnen und Kronberger, die ihren Wasserverbrauch in dieser Zeit deutlich reduziert hatten. Ganz aktuell, so der Bürgermeister, sei das Thema Energie und steigende Kosten für die Energieversorgung in aller Munde. „Was sich vor allem als Folge des Ukraine-Krieges bereits abgezeichnet hat, ist bittere Realität geworden: Die Energiekosten sind massiv gestiegen und wir müssen unseren Energie-Verbrauch deutlich reduzieren. Die Stadtverwaltung hat sich bereits im Sommer intensiv mit den verschie­denen Möglichkeiten beschäftigt, Energie zu sparen, von der Beheizung und Beleuchtung der städtischen Dienstgebäude über die Straßenbeleuchtung bis zur Warmwasserbereitung und der Nutzung städtischer Fahrzeuge. Verschiedene Maßnahmen wurden seither umgesetzt. So wurde die Nachtschaltung der Straßenbeleuchtung auf die Zeit zwischen 21 Uhr und 6 Uhr ausgedehnt. Auch die Außenbeleuchtung städtischer Gebäude wurde abgeschaltet und die Temperatur in den Büros der Stadtverwaltung auf 19°C begrenzt. Unsere Weihnachtsbeleuchtung erfolgte ohnehin komplett mit energiesparender LED-Technik.“ Und: Erstmals konnte im vergangenen Sommer das Waldschwimmbad ausschließlich mit Solar-Energie beheizt werden, was sowohl den Energieverbrauch als auch die Kosten erheblich reduziert hebe.

Bürgermeister König erinnerte in diesem Kontext an das im zurückliegenden Jahr von der Stadtverordnetenversammlung verabschiedete Klimaschutzkonzept für die Stadt Kronberg im Taunus, bei dem das Parlament das Zieldatum der CO2-Neutralität Kronbergs von 2045 auf 2035 vorgezogen. „Dies bedeutet, dass die bisher geplanten Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen werden. Da Kronberg kein energieintensives Gewerbe hat, wird der Schwerpunkt der Klimaschutzmaßnahmen beim Ausbau der Nutzung regenerativer Energien und vor allem bei der energetischen Sanierung von Privatgebäuden liegen müssen. Auch bei der Klimafolgenanpassung ist privates Engagement notwendig, etwa bei der verstärkten Nutzung von Brauchwasser. In allen diesen Bereichen wird die Stadt private Bauherren und Gewerbebetriebe unterstützen.“

Zu den erfreulichen Nachrichten des Jahres 2022 zählte, dass nach den langen Monaten der Corona-Einschränkungen Feste und Veranstaltungen wieder wie gewohnt stattfinden konnten. König nannte hier beispielhaft die Thäler Kerb im Juli und die Weihnachtsmärkte zum Ende des Jahres. Diese und viele weitere Aktivitäten seien auch 2023 wieder geplant. 

„Ein absoluter Höhepunkt im Jahr 2022, nicht nur für Kronberg im Taunus, sondern auch für die gesamte Region, war die Eröffnung des Casals Forum im September. Mit dem Casals Forum der Kronberg Academy ist Kronberg um eine Attraktion ersten Ranges reicher. Sowohl die Architektur als auch die Akustik des Saales sind außergewöhnlich. Die prominent besetzten Eröffnungskonzerte fanden inter­nationale Beachtung und das Medien-Echo war überaus positiv. Der Kammermusiksaal und das dazu­gehörige Studien- und Verwaltungs­zentrum der Kronberg Academy sind wichtig für die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt. Gerade auch auf unser Gaststätten- und Hotelgewerbe wird sich dies positiv auswirken“, erklärte König und warf abschließend noch einen kleinen Blick auf die Höhepunkte des neuen Jahres mit zahlreichen Vereinsjubiläen, dem Europatag des Hochtaunuskreises, der am 6. Mai in Kronberg gefeiert wird, sowie die vielen Festen und Märkten, deren Planungen bereits in vollem Gang sind.  

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Fotos: Neujahrsdialog Kronberg 2023.