Persönliche Erklärung
des Bürgermeisters

Persönliche Erklärung Bürgermeister Temmen

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des Magistrats,
sehr geehrte Ortsvorsteher und Fraktionsvorsitzende,
sehr geehrte Vorsitzende und Mitglieder der städtischen Gremien und Beiräte,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Freunde und Wegbegleiter,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Presse,
sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 01.12.2008 begleite ich das Amt des Bürgermeisters der Stadt Kronberg im Taunus, und am 30.11.2020 wird meine 2. Amtszeit enden. Das bedeutet auch, dass die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Kronberg im Taunus im nächsten Jahr zur Bürgermeisterwahl aufgerufen sind.

Der Beruf des Bürgermeisters ist für mich das interessanteste und schönste Hauptamt. Nirgends ist man so nah an den Menschen, nirgends spürt man die Wirkungen seines eigenen Tuns so direkt. Jeden Tag neue Herausforderungen, nie langweilig, immer spannend. Ich liebe diesen Beruf und es ist mir jeden Tag wieder eine Ehre, Bürgermeister dieser tollen Stadt zu sein.

Wir haben in Kronberg im Taunus in den zurückliegenden 11 Jahren viel erreicht, und ich sage ganz bewusst „Wir“. Denn nur im konstruktiven Miteinander zwischen Haupt- und Ehrenamt, zwischen Verwaltung, Politik und Bürgerschaft entsteht eine Atmosphäre, die unabdingbar für die gedeihliche Entwicklung einer Kommune ist. Dem Bürgermeister kommt hierbei eine besondere Rolle zu, und dies nicht nur als Verwaltungschef und Repräsentant. Nein, auch als Motor, als Impulsgeber, als Moderator, manchmal auch Mediator, als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Politik, Vereine, Institutionen, Organisationen, Unternehmen und Externe, als „Klammer“ über den verschiedenen Interessensgruppen innerhalb und außerhalb unserer Stadt.

Daher ziehe ich insgesamt eine positive Zwischenbilanz meiner bisherigen Amtszeit: erfolgreiche Haushaltskonsolidierung, Schuldenabbau, Ausbau der Ü3- und U3-Betreuung sowie der Betreuungszentren, Stärkung des Kulturstandortes Kronberg im Taunus (z.B. Kulturhaus Villa Winter, Burg, Casals Forum), Entwicklung der Baugebiete „Haide Süd“ und „Henker“, Bau moderner Sportanlagen für EFC Kronberg und SG Oberhöchstadt, Erhalt und Sanierung Taunushalle und Haus Altkönig, Ortskerngestaltung am Dalles, Fußgängerzone in der Friedrich-Ebert-Straße, Stärkung des Wirtschaftsstandortes durch Unternehmensbindungen und Neuansiedlungen, Bau des Hotels am Bahnhof, Stärkung des Ehrenamtes in vielen Bereichen, Bürgerentlastung bei Grundsteuer B und Straßenbeiträgen sowie vieles mehr.

Kronberg im Taunus ist einer der beliebtesten Wohn- und Wirtschaftsstandorte in der Rhein-Main Region und hat ein herausragendes bürgerschaftliches Engagement.

Weitere Projekte und Maßnahmen stehen an, welche die Stadt voranbringen werden: Wohn- und Gewerbeflächenentwicklung, Weiterentwicklung Bahnhofsquartier, Schaffung von bezahlbarem und gefördertem Wohnraum, weiterer Ausbau Ü3/U3, Fortführung Stadtentwicklungskonzept, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ich habe einen Beruf, der mich ausfüllt und mir Freude macht und dazu noch die Ehre, im Hessischen Städte- und Gemeindebund (HSGB) die Funktion eines Vizepräsidenten wahrnehmen zu dürfen. Doch das Amt fordert auch alles, lässt kaum Platz für anderes, dominiert den Tagesablauf und dies Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr. Wenn man nicht aufpasst, „frisst es einen auf“: bis zu 90 Arbeitsstunden wöchentlich, 330 Arbeitstage, 250 Abend- und Wochenendtermine, „24/7“ ansprech- und erreichbar sein, „mal abschalten“ oder geregeltes Privatleben Fehlanzeige.

Zudem haben sich mit dem Ende der Koalition aus CDU, SPD und UBG nicht nur die Mehrheitsverhältnisse verändert. Aus meiner Sicht ist auch das politische Klima insgesamt ein anderes geworden. Insbesondere im Verhältnis Politik & Verwaltung vermisse ich mehr und mehr das konstruktive Miteinander. Dies sehe ich - auch mit Blick auf die vor uns liegenden Herausforderungen - mit Sorge. Wie auch immer, wechselnde Mehrheiten haben auch ihren Reiz, wer „Everybody‘s Darling“ sein will, darf nicht Bürgermeister werden, und was die Zukunft bringen wird, wissen wir heute alle noch nicht.

Was also tun, noch einmal zur Wahl antreten oder 2020 nicht mehr kandidieren?

Ich habe meine Entscheidung getroffen. Eine Entscheidung, für die es am Ende nicht „den einen Grund“ gibt, sondern die das Ergebnis einer intensiven Abwägung des Für und Wider im Kontext meiner - nach dann 64 Lebens- und 49 Berufsjahren - persönlichen Lebensplanung ist. Ich werde 2020 nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Kronberg im Taunus kandidieren. Diese Entscheidung ist mir sehr schwer gefallen. Insbesondere auch, da ich in den letzten Wochen und Monaten von sehr vielen Menschen innerhalb und außerhalb unserer Stadt angesprochen, gebeten und ermutigt wurde, weiterzumachen. Doch letztlich muss man das für sich selbst entscheiden und es ist besser, wenn die Menschen sagen: „Schade, dass er geht“ statt „Wann geht er denn endlich?“. Ich denke, alles hat seine Zeit und die Demokratie lebt auch vom Wechsel und nicht vom Festhalten an Ämtern.

Ich werde mit großer Freude bis zum letzten Tag meiner Amtszeit meinem Beruf und meiner Berufung mit Engagement und voller Leidenschaft zum Wohle unserer wunderschönen Stadt Kronberg im Taunus nachgehen, auch um meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger am 01.12.2020 ein „geordnetes Haus“ übergeben zu können.

Kronberg im Taunus, den 19.08.2019

Viele Grüße
Klaus E. Temmen
Bürgermeister

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