Stadtmarketing – Oft gestellte Fragen

Die Entwicklung eines Integrierten Stadtmarketing-Konzepts, das die Bereiche Wirtschaft, Tourismus und Kultur miteinander verbindet, ist ein komplexes Vorhaben.

Wir haben Dr. Karl Eggers, den vom Magistrat mit der fachlichen Begleitung der Arbeit beauftragten externen Experten, gebeten, oft gestellte Fragen zum Thema Stadtmarketing aus erster Hand zu beantworten: 

1.    Es wird doch schon viel Werbung für Kronberg im Taunus gemacht. Wieso brauchen wir ein Stadtmarketingkonzept?

Werbung gehört natürlich zum Marketing, aber Marketing ist viel mehr als Werbung und PR. Ein schlüssiges, zeitgemäßes Marketing-Konzept, wie es jedes gut geführte Unternehmen heute betreibt, besteht aus mehreren Bausteinen. Das sind

1) die Analyse der eigenen Wettbewerbsposition am Markt und des Wettbewerbs

2) die Formulierung der kurz-, mittel- und langfristigen Marketing-Ziele

3) die so genannte Produkt-„Politik“, also die Gestaltung der Leistungen, die das Unternehmen erfolgreich am Markt anbieten will

4) die Preis-„Politik“, also die Gestaltung der Konditionen, unter denen die Kunden diese Leistungen in Anspruch nehmen können

5) die Distributions-„Politik“, also die Gestaltung der Beziehungen zu den Absatzmittlern (z.B. Händlern), die den Kontakt zu Kunden halten und die Leistungen vertreiben

6) die Kommunikations-„Politik“, also die Gestaltung der

Werbe-, der PR- und der Verkaufsförderung-Maßnahmen

7) die Marketing-Erfolgskontrolle, also der Vergleich der erreichten Fortschritte mit den Zielen.

Aus diesen Bausteinen, angepasst an die besonderen Bedingungen einer Kommune, wird auch das künftige Stadtmarketing-Konzept bestehen.  

2.    Wieso braucht die Stadt Kronberg im Taunus dafür einen externen Berater?           

Voraussetzung für die Entwicklung und erfolgreiche Umsetzung eines schlüssigen Stadtmarketing-Konzepts ist enge Zusammenarbeit der zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung untereinander und mit dem externen Experten. Sie kennen die örtlichen Verhältnisse aus der täglichen Arbeit und sind an der Erarbeitung und Umsetzung des Konzepts maßgeblich beteiligt.

Der externe Fachmann kann den unvoreingenommenen „Blick von außen“ einbringen, er kann eigene Ideen und Vorschläge machen und seine Erfahrung aus der Arbeit für eine Vielzahl von Unternehmen und Kommunen für Kronberg nutzbar machen. Der externe Berater unterstützt damit die Arbeit der Fachleute im Rathaus sinnvoll.

3.    Wieso werden für das Stadtmarketing neue Erhebungen gemacht?

Für Kronberg im Taunus sind zu unterschiedlichen Fragen schon viele Untersuchungen gemacht und auch Konzepte erstellt worden. Die haben auch ihren Wert und sie werden für die Zwecke des Stadtmarketings systematisch ausgewertet und genutzt.

Die neuen Untersuchungen dienen der Aktualisierung und der gezielten Ergänzung der schon vorliegenden Datenbestände. Doppelarbeit wird nicht gemacht.

4.    Es erfolgt u.a. auch eine Befragung der Unternehmen. Warum ist die Sicht der Unternehmen für die Stadtentwicklung so wichtig?

Die Unternehmer im weitesten Sinne, also neben den klassischen Gewerbebetrieben wie Handel und Handwerk auch z.B. die Arztpraxen, Vereine und Einrichtungen haben in ihrer Gesamtheit einen großen Einfluss auf die Entwicklungsmöglichkeiten einer Stadt. Sie entscheiden über Investitionen am Ort, sie beschäftigen Personal, sie erbringen Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger als ihre Kunden, sie zahlen kommunale Steuern.
Viele ihrer betriebswirtschaftlichen Entscheidungen hängen von den Bedingungen am Standort ab. Da ist es wichtig für die Stadt, die Kriterien zu kennen, mit denen sie Kronberg im Taunus als Standort bewerten, und zu wissen, wo sie noch Entwicklungspotenzial sehen.

5.    Marketing kostet Geld. Lohnt sich das überhaupt?

Wer im Wettbewerb steht, muss sich fit halten, und das kostet Geld. Das gilt für die Neueinrichtung eines Ladengeschäfts, den Kauf von neuen Maschinen für die Werkstatt  oder die Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal. Das alles sind Investitionen, die die Marktleistung eines Unternehmens verbessern und sich über Kostensenkung oder Erlössteigerung amortisieren müssen, damit sie sich lohnen. In der Betriebswirtschaft versteht man den Aufwand für Marketing-Maßnahmen als „Investition in den Markt“, auch die Marketing-Kosten müssen sich „rechnen.“ Das gilt auch für das kommunale Marketing.            

6.    Kann man den Ertrag (z.B. von Werbung und PR) berechnen? Sind die überhaupt messbar? 

Wenn man die Ausgangslage vor Beginn einer Maßnahme zur Steigerung des Bekanntheitsgrades oder das Image-Profil eines Unternehmens oder einer Stadt gemessen hat, kann man die Effekte bei einer späteren Wiederholung der Messung oft sogar sehr genau feststellen und dann auch berechnen, wie viel z.B. die Erhöhung des erreichten  Bekanntheitsgrades in der Zielgruppe gekostet hat. Schwieriger ist es, den Erfolgsbeitrag einer einzelnen Maßnahme zu beziffern, wenn gleichzeitig mit der Werbe- oder PR-Kampagne auch die Produktqualität, der Preis oder die Marktpräsenz verändert worden sind. Diese Faktoren wirken aufeinander ein. Wenn z.B. ein Hotel neue, attraktive Zimmer aufwändig bewirbt und der Preis akzeptabel ist, der dadurch angelockte Gast aber am Empfang unfreundlich behandelt wird, hilft die beste Werbung nichts.           
   

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