Bürgerpreis 2019 für den Thäler Kerbe-Verein

Der Thäler Kerbe-Verein ist mit dem Bürgerpreis 2019 der Stadt Kronberg im Taunus ausgezeichnet worden. Die Verleihung erfolgte im Rahmen des Neujahrsdialogs 2020 der Stadt am Sonntag, 19.01.2020, in der Stadthalle Kronberg im Taunus. Die Laudatio hielt Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen.

Die Stadt Kronberg im Taunus verleiht auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung und seit 2003 den Bürgerpreis für besonderes ehrenamtliches Engagement in den Bereichen Umweltschutz, Kultur, Soziales, Musik, Vereinsarbeit und auf anderen wichtigen Gebieten.

Der Magistrat hatte in seiner Sitzung am 16. Dezember 2019 beschlossen, den Kronberger Bürgerpreis 2019 zur Würdigung der vielfältigen Aktivitäten für die Stadt Kronberg im Taunus an den Thäler Kerbe-Verein zu verleihen.

Der Thäler Kerbe-Verein erfüllt durch das beispielhafte Engagement seiner Mitglieder – seit Gründung des Vereins im Jahre 1967 – die Kriterien zur Vergabe des Bürgerpreises gleich mehrfach.

Die Thäler Kerb entwickelte sich durch das Wirken des Thäler Kerbe-Vereins in den letzten 50 Jahren zum größten Bürgerfest der Stadt und führte damit zu einer wesentlichen Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens von Kronberg im Taunus.

Die Idee, die Thäler Kerb wieder aufleben zu lassen, wurde 1966 auf der Kronberger Kerb geboren, die auf dem damaligen Parkplatz, dem Berliner Platz, in der Stadtmitte stattfand. Einige junge Leute hatten gehört, dass in früheren Jahren im Tal, eine „Thäler Kerb“ abgehalten wurde. Der Gedanke diese Tradition fortzuführen wurde schließlich auf der Decke des Felsenkellers bei der Firma Getränke Schleiffer vertieft.

Um besser „sinnieren“ zu können, wurden ein paar Brauerei-Tische mit Bänken aufgestellt. Vorbeikommende Anwohner wurden eingeladen sich dazuzugesellen, die Getränke gab es zum Selbstkostenpreis.

So wurde dann in Gesellschaft, von früheren Zeiten erzählt. Da die älteren Anwohner ziemlich gut berichten konnten, wie das mit der Thäler Kerb war, fasste die jüngeren Anwesenden den Plan, im  darauf folgendem Jahr wieder eine Thäler-Kerb abzuhalten.

Die jungen Leute waren in der Hauptsache, Robert und Hartmut Schleiffer, Helmut Knecht, Johann Schmitt, Ottfried Schmitt, Helmut und Willi Girold, Hans-Peter Haub, Fritz Schummer, Wolfgang Conrady, Bernd Laupert und Siegfried Wolf.

Der Plan wurde nicht mehr fallen lassen. Am 3. März 1967 wurde der Thäler Kerbe-Verein  offiziell gegründet, eine Satzung wurde erstellt, jetzt konnte es losgehen. Die „Gründer“ des neuen Thäler Kerbe-Vereins, trafen sich regelmäßig im neu erwählten Vereinslokal „Zum Weinberg“, oder für die Ur-Kronberger, bei der „Haase Anni“.

Im Jahr 1967 konnte dann die erste Thäler Kerb rund um das Vereinslokal abgehalten werden. Damals noch ohne Miss Bembel und ohne Thäler Borjemaaster, ohne viel Werbung und ohne großen Rummel. Zur Unterhaltung spielten zwei dem Verein wohl gesonnene Musiker auf dem Schifferklavier, Schlager zum Mitsingen. Vorbeikommende Leute wurden eingeladen, bei Bier, Äppelwoi und Würstchen vom Grill zu feiern.

Der Start der neuen Thäler Kerb war so gelungen, dass es weiter ging. Seither findet die Thäler Kerb alljährlich und in der Regel immer am Dienstag und Mittwoch nach dem ersten Juli-Sonntag statt. Die Thäler Kerb führt Jung und Alt zusammen und zeigt wie kein anderes Fest die volkstümliche Seite unserer Stadt. Die Thäler Kerb ist die „Mutter aller Straßenfeste“ in der Region und hat so eine weit über die Stadt hinausgehende Ausstrahlung entwickelt. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass die Thäler Kerb einen beachtlichen Anteil zum positiven Image von Kronberg im Taunus beiträgt und eine generationenübergreifende Klammer für die Bürgerschaft der Stadt darstellt. Der Verein leistet somit ein vorbildliches bürgerschaftliches Engagement.

Brauchtumspflege und soziales Engagement

Der Thäler Kerbe-Verein beschränkt sein Wirken jedoch nicht nur auf die Brauchtumspflege durch die Ausrichtung der Kerb. Er setzt die durch seine Aktivitäten erzielten Erlöse auch ein, um soziale Projekte zu unterstützen. So wurde in den letzten 35 Jahren beispielhaft das Kaiserin-Friedrich-Haus gefördert. Anfang jeden Jahres werden Sachspenden an die Leitung des Kaiserin-Friedrich-Hauses übergeben. So erhielt das Haus in den letzten Jahren beispielweise Parkbänke, Sonnenschirme, Spielkonsolen, eine große Kaffeemaschine und einen Teil einer Einbauküche.

Aber auch der Umweltschutz ist für den Thäler Kerbe-Verein ein wichtiges Thema. Plastikbecher und Plastikgeschirr sind auf der Kerb tabu und die Mitglieder des Vereins pflegen Streuobstwiesen und haben Sitzbänke angeschafft, die im Kronberger Wald aufgestellt wurden. Eine Gruppe steht am „Kerbebaamweg“, der seinen Namen der Thäler Kerb verdankt.

Seit 1968 ist es Tradition, ein Thäler Pärchen zu küren. Das erste Pärchen bildeten Emma Girold und Klaus Link. Zur Miss Bembel beziehungsweise zum Thäler Borjemaaster auserkoren zu werden, ist eine ganz besondere Ehre, die im Jahr 1996 auch dem heutigen Bürgermeister Klaus Temmen zu Teil wurde, als er an der Seite von Miss Bembel, Elvira Sittinger, Thäler Borjemaaster sein durfte. 

Die Stadt Kronberg im Taunus dankte dem Vorstand und allen Aktiven des Thäler Kerbe-Vereins, die seit 50 Jahren Garant dafür sind, dass es den Thäler Kerbe-Verein und natürlich die Thäler Kerb gibt.

Als Zeichen der besonderen Anerkennung und Wertschätzung seiner Arbeit erfolgte die Verleihung des Bürgerpreises 2019 an den Thäler Kerbe-Verein.

Der Bürgerpreis der Stadt Kronberg im Taunus, bestehend aus einer Urkunde und einem Geldgeschenk, ist ein äußeres Zeichen des Dankes für dieses beispielhafte jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement. Die Auszeichnung soll aber darüber hinaus auch noch mehr Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich in der Gesellschaft zu engagieren.

Im Anschluss an die Preisverleihung, vorgenommen durch Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche und den Bürgermeister, stimmten die Vereinsmitglieder und Klaus Temmen noch das berühmte Kerbelied an.

Stadtverwaltung Kronberg im Taunus

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