Bitte Abstand halten: Kontakt mit den Raupen kann gesundheitliche Beschwerden hervorrufen

Prophylaxe gegen Eichenprozessionsspinner im Stadtgebiet


Denn deren „Brennhaare“ können bei Hautkontakt für Mensch und Tier besonders unangenehm werden. Zu diesem Zweck, darauf weist die Stadtverwaltung hin, wird ein für Menschen unbedenkliches biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel an Eichen in der Burgstadt zum Einsatz gebracht.

Die Arbeiten starten am 15. Mai 2026 im Waldschwimmbad wie auch im Viktoriapark und werden am 18. Mai 2026 im restlichen Stadtgebiet fortgesetzt. Die im jährlichen Rhythmus zwischen April und Mai anstehende Maßnahme wird durch eine Fachfirma vorgenommen. Das ausgebrachte Mittel sorge, nach Auskunft der Stadt, für einen schnellen Fraßstopp der Raupen und schone dabei Bienen und andere Nützlinge.

 

Der Fachbereich Sicherheit und Ordnung bittet darum, Stellen im öffentlichen Raum zu melden, an denen Vorkommen von Eichenprozessionsspinnern entdeckt werden. Entsprechende Hinweise können telefonisch unter der Rufnummer (06173) 7031230 weitergegeben werden oder per E-Mail an fr23@kronberg.de. Die Ordnungspolizei wird sich im Anschluss ein Bild von der Lage machen, den betroffenen Bereich bei Bedarf absperren und eine Firma mit der fachgerechten Beseitigung beauftragen. Wer auf seinem privaten Grund den unliebsamen Besuch der Raupen feststellt, ist ebenfalls gut beraten, den Bereich großräumig abzusperren und die Bekämpfung einer Fachfirma zu überlassen. In Fällen gilt: Abstand halten, bevor es haarig wird.

 

Was die gesundheitlichen Beschwerden angeht, die das Berühren der Brennhaare auslösen kann, informiert das Umweltbundesamt auf seiner Homepage dazu wie folgt: „Die Auswirkungen eines Kontaktes mit den Brennhaaren der Raupen können eine sogenannte Raupendermatitis, ein Hautauschlag, oder eine Bindehautentzündung sein. Auch Atemwegsreizungen, Schwindelgefühl oder Fieber können die Symptome eines Kontaktes mit den Brennhaaren sein.“  Neben Menschen könnten auch Hunde und andere Tiere durch den Kontakt mit den Brennhaaren beeinträchtigt werden. Bei ihnen bestehe die Gefahr von Reizungen des Verdauungstraktes oder der Haut und der Augen.

Ursache dafür sei das Nesselgift Thaumetopoein auf den Härchen der Larven. Dieses Gift entfalte seine schmerzhafte Wirkung nicht nur bei direkter Tuchfühlung mit den Larven, sondern auch für den Fall, dass Mensch oder Tier in Kontakt mit den sogenannten Gespinstnestern kommen, in die sich die Raupen im Zuge ihrer Verpuppung zurückziehen.

 

Raupen und Nester sollten daher auf keinen Fall berührt werden. Falls es dennoch zu einem Kontakt komme, so das Umweltbundesamt, sollten die Betroffenen so schnell wie möglich duschen, die Kleider und Schuhe wechseln und die Kleidung bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, damit das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift zerstört wird.

 

Hinweis: Laut Bundesumweltamt handelt es sich bei dem Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) um eine in Deutschland heimische Schmetterlingsart. Er bevorzugt warmtrockene Bedingungen in lichten Eichenwäldern, Bestandsrändern und Einzelbäumen und kommt häufig in Kombination mit anderen Eichen-schädigenden Organismen vor. Die Larven des Eichenprozessionsspinners sind die meiste Zeit ihrer 6-stufigen Entwicklungsphase grau/schwarz gefärbt und können bis zur Verpuppung 4 Zentimeter lang werden. Bei den langen schwarzen Haaren der Raupen handelt es sich nicht um die reizend wirkenden. Die Brennhaare sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und werden von den Raupen erst ab dem 3. Larvenstadium ausgebildet. Aus diesem Grund ist das akute Risiko mit den Brennhaaren in Kontakt zu kommen für den Menschen während der Raupenfraßzeit ungefähr ab Mai am größten. Nach der Verpuppung schlüpfen dunkelbraune Falter mit einer Flügelspannweite von bis zu 35 mm.

Der Eichenprozessionsspinner bevorzugt warmtrockene Bedingungen in lichten Eichenwäldern, Bestandsrändern und Einzelbäumen. Er kommt häufig in Kombination mit anderen Eichenschädlingen vor. Derzeit betroffen sind die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt (Stand März 2025). Im Zuge des Klimawandels und den damit verbundenen wärmeren Frühjahrsmonaten ist eine Ausweitung der Befallsgebiete zu erwarten.

Die Eier des Eichenprozessionsspinners werden im Vorjahr im oberen Kronenbereich von Eichen gelegt. Die Raupen schlüpfen im April oder Mai und durchlaufen bis zur Verpuppung zum Falter sechs Entwicklungsstadien. Dabei fressen sie austreibende Blätter und leben in Verbänden. Ungefähr Mitte Juni ziehen sich die Raupen in Gespinstnester zurück. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners können auch aus forstwirtschaftlicher Sicht problematisch sein: In Eichenwäldern und Mischwäldern mit hohem Eichenanteil sind unter anderem die Raupen des Eichenprozessionsspinners (alle Larvenstadien) ein Teil der sogenannten Frühjahrsfraßgesellschaft, die bei Massenvermehrungen einzelne Eichen bis hin zu ganzen Eichenbeständen kahlfressen kann. Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner auf öffentlichen Flächen wie zum  Beispiel Parks, Spielplätzen, Kindergärten, Alleen oder daran angrenzenden Waldrändern erfolgen zum Schutz der menschlichen Gesundheit und unterliegen damit dem Biozidrecht.