Mit einer Blockflöte fing alles an: Im Alter von etwa fünf Jahren erhielt Margarita Kopp, die diesjährige Trägerin des Kronberger Frauenpreises, ihr erstes Instrument – ein Geschenk von Tante Mathilde. Schon im Kindergarten wurde ihr musikalisches Talent von der Leiterin Schwester Oda erkannt und gefördert. Die Freude am Musizieren war früh spürbar, das Erlernen der Flöte fiel ihr leicht. Während eines Ferienaufenthalts bei ihrer Tante in München ermunterte man sie, im Seniorenheim vorzuspielen – erste musikalische Begegnungen, bei denen es bereits darum ging, Menschen Freude zu schenken.
Aufgewachsen in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz, legte sie ihr Abitur am Musikgymnasium in Amberg ab. Es folgte ein Studium am Konservatorium Nürnberg mit den Schwerpunkten Klavierpädagogik, Bratsche und musikalische Früherziehung.
1983 zog sie gemeinsam mit ihrem Mann Fritz Kopp nach Kronberg – ein Ort, den sie seitdem musikalisch und gesellschaftlich maßgeblich mitprägt. Ihre erste Anlaufstelle war die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul, wo sie schnell Anschluss fand und bis heute im KFD-Treffpunktkreis aktiv ist. Bei zahlreichen kirchlichen und gesellschaftlichen Anlässen brachte sie sich als Musikerin ein: mit Klavierspiel, Sologesang, als Sopranistin und Duettpartnerin, bei Faschingsveranstaltungen, Seniorennachmittagen, Weltgebetstagen, Gemeindefesten und in verschiedenen Kirchenchören.
Da Margarita Kopp in Kronberg ein Streichorchester vermisste, begann sie noch im selben Jahr, andere Musikerinnen und Musiker zusammenzubringen. Gemeinsam mit dem Musikpädagogen Karl-Christoph Neumann und dessen Ehefrau Elisabeth entstand 1984 das Neue Orchester Kronberg (NOK), das mit rund 20 Mitwirkenden startete. Im Laufe seiner Entwicklung erreichte das Orchester ein hohes musikalisches Niveau, das es bei einer Vielzahl von Anlässen unter Beweis stellte. Konzertreisen führten das NOK unter anderem nach Ägypten, Marokko, Polen, Griechenland, in die Kronberger Partnerstadt Ballenstedt sowie auf die Insel Föhr. Über 20 Jahre engagierte sich die Margarita Kopp ehrenamtlich im Vorstand.
Die musikalische Förderung von Kindern lag der diesjährigen Frauenpreis-Trägerin ebenfalls stets am Herzen. Unter anderem übernahm sie gemeinsam mit Bernhard Schmitz-Bernard und Elsbeth Raczek den St.-Vitus-Kinder- und Jugendchor. Als der damalige Organist versetzt wurde, sorgten sie dafür, dass die rund 45 jungen Sängerinnen und Sänger nicht ohne Leitung blieben. Über 19 Jahre hinweg studierten sie ehrenamtlich zahlreiche Musicals ein – darunter „Die Hochzeit zu Kana“, „Die Schrift an der Wand“ oder „Jona und der Wal“ – und führten diese mit großem Erfolg auf. Zudem gestaltete der Chor regelmäßig die Familiengottesdienste.
Beim Konzertchor Collegium Vocale Kronberg war Margarita Kopp ebenfalls von Beginn an aktiv und wirkte bis zum 10-jährigen Jubiläum 2004 mit.
Ein neues musikalisches Kapitel schlug die Wahl-Kronbergerin 2006 gemeinsam mit den Bel-Voce Gesangssolisten auf. Ein besonderer Fokus dieses internationalen Ensembles lag auf der Gestaltung von Benefizkonzerten. Unterstützung fanden unter anderem die SOS-Kinderdörfer, die Flüchtlingshilfe Kronberg, verschiedene Hospizvereine, Kinderhilfsprojekte in Indien sowie die Aktion „Deutschland hilft“. In über 130 Konzerten, darunter zahlreiche Konzertreisen im In- und Ausland, brachte sie ihr Können ehrenamtlich und auf eigene Kosten ein.
Seit 2005 ist Margarita Kopp fester Bestandteil der Museumskonzerte Eschborn, gegründet von Gerhard Schroth. Am 18. März 2026 findet dort bereits das 133. Konzert statt – Margarita Kopp stand dort bislang rund 70mal auf der Bühne.
Bei Auch innerhalb der Familie wurde Musik weitergegeben: Alle drei Kinder erhielten Geigenunterricht und musizierten regelmäßig in Konzerten für die Bewohner des Kaiserin-Friedrich-Hauses, begleitet von ihrer Mutter am Klavier.
Ein besonderes Anliegen ist Margarita Kopp seit je her die Bildungsförderung: Seit 15 Jahren organisiert sie jährlich ein Benefizkonzert in Kronberg zugunsten des Fördervereins HIMO in Tansania, der die Paul-Albert-Simon-Schule unterstützt. Mit den Erlösen erhalten rund 320 Kinder Schulbildung und ein warmes Mittagessen. Zusätzlich engagiert sie sich gemeinsam mit ihrem Mann und weiteren Mitstreitern jeden Samstag auf dem Kronberger Wochenmarkt mit der Aktion „Wein gegen Spende“.
Musikalisch ist Margarita Kopp in Kronberg auch als Teil des Duos „Con Classica Cronberg“ bekannt. Unvergessen bleiben die beiden Open-Air-Konzerte während der Pandemie auf dem Ernst-Schneider-Platz in Schönberg – Musik als Hoffnungsträger in schwierigen Zeiten.
2018 gründete sie zudem ein Frauenensemble, das bewusst am Montagmorgen probt – ein weiteres Beispiel dafür, wie sie Räume für Frauen schafft und Engagement fördert.
Ihr vielfältiges, ehrenamtliches Wirken fasst Margarita Kopp treffend in ihrem Lebensmotto zusammen:
„Man kann nicht die ganze Welt verändern, aber dazu beitragen, dass sie an einem bestimmten Ort etwas besser wird.“
Der Kronberger Frauenpreis würdigt mit Margarita Kopp eine Frau, die über Jahrzehnte hinweg mit Musik, Organisationstalent, Empathie und ehrenamtlichem Engagement das kulturelle und soziale Leben der Stadt nachhaltig bereichert hat.

