Im Laufe des Vormittages werden Mitarbeitende des Stadtarchivs, das diesen Gedenktag alljährlich gestaltet, im Auftrag des Magistrats zunächst Blumengebinde an den 14 Stolpersteinen im Stadtgebiet niederlegen. Eine Kranzniederlegung am Mahnmal im Rathausgarten durch Mitglieder des Magistrats erfolgt um 15.30 Uhr.
Für den Abend laden Stadtverordnetenvorsteher Andreas Knoche und Bürgermeister Christoph König die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und alle Interessierten zu einer Veranstaltung in die Stadtbücherei ein. Von 18 Uhr an werden dort nicht nur die Lebens- und Leidensgeschichten der NS-Opfer in den Blick gerückt, sondern vor allem auch die Umstände und Mechanismen, die solche Grausamkeiten erst möglich gemacht haben. Im Rahmen der Veranstaltung wird das Kronberger Stadtarchiv eine aktualisierte und erweiterte Informationsbroschüre zu den heimischen Stolpersteinen vorstellen.
Zudem werden sich auch in diesem Jahr Schülerinnen und Schüler der Kreisau-AG der Altkönigschule an dieser Veranstaltung mit einer Präsentation beteiligen. Die Schülerschaft der Altkönigschule nimmt seit vielen Jahren regelmäßig an den Programmen der internationalen Jugendbegegnungsstätte im polnischen Kreisau teil, deren Ziele Völkerverständigung und die Erinnerung an Unrecht und Widerstand sind. Kreisau war ein Gut der Familie von Helmuth James Graf von Moltke, einem Widerstandskämpfer im sogenannten „Kreisauer Kreis".
Der frühere Bundespräsident Roman Herzog war es, der 1996 den 27. Januar zum nationalen „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus" ausrief. Das Datum war mit Bedacht gewählt, wurden am 27. Januar 1945 doch die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit.

