Hohe Temperaturen treiben Besucherzahlen auf Spitzenwerte – Rund 4000 Gäste am 27. Juni

Waldschwimmbad auf Rekordkurs


„Es würde mich nicht überraschen, wenn wir die Vorjahresmarke von 55700 Badegästen bis Ende des Monats geknackt haben. Vorausgesetzt natürlich - das Wetter spielt mit“, unterstreicht Verena Methfessel, die Leiterin des Schwimmmeister-Teams im Kronberger Waldschwimmbad. Wie gut, ja fast schon zu gut das Wetter gerade in den vergangenen Wochen mitgespielt hat – das lässt sich deutlich an der Besucherstatistik ablesen.

Denn trotz des vorgezogenen Starts in die Saison und eines sehr sonnigen Pfingstwochenendes hielten sich die Temperaturen und damit auch die Zahl der Badegäste von Anfang Mai bis Mitte Juni in sehr überschaubaren Grenzen. Passierten nach dem 2. Mai in den ersten sieben Wochen 19910 Besucherinnen und Besucher das Drehkreuz am Eingang zum Waldschwimmbad, so änderten sich der Zuspruch wie auch das Wetter mit dem 20. Juni schlagartig. Methfessel: „Die Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 40 Grad hat uns seither in etwas mehr als vier Wochen 30515 Badegäste beschert. Das allein ist schon mehr als die Hälfte dessen, was wir in der gesamten Vorjahressaison verzeichnen konnten.“

Absoluter Spitzentag in der bisherigen Statistik ist Samstag, der 27. Juni 2026. An diesem Tag suchten 3730 Besucher eine Abkühlung im Waldschwimmbad. Bedenke man, so Methfessel, dass die Zugangsstatistiken Kinder bis 6 Jahren nicht berücksichtigten, da die kostenfreien Zugang haben, dürften es an diesem Tag sicher über 4000 Gäste gewesen. Zahlen, so die Fachangestellte für Bäderbetriebe, die man zuletzt im Rekordsommer 2018 erreicht habe.

Ebenfalls auffällig sei die ungewöhnlich lange Verweildauer vieler Besucherinnen und Besucher. Methfessel: „Wir hatten in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe an Badegästen, die schon zur Öffnung des Bades morgens um 6.30 Uhr am Eingang standen und bis kurz vor Toresschluss geblieben sind.“

Wo soll man auch sonst hin, wenn man die drückende Schwüle in den eigenen vier Wänden kaum noch aushält? „Da geht es den Badegästen nicht anders als den Schwimmmeistern“, lacht die Teamleiterin, die froh ist, dass sich trotz der hohen Temperaturen die Stimmung im Waldschwimmbad noch nicht aufgeheizt hat. Methfessel: „Bislang ist alles friedlich, und auch von Unfällen sind wir bisher zum Glück verschont geblieben. Sieht man mal von den üblichen Insektenstichen und kleineren Schürfwunden ab.“

Ganz spurlos sind die vergangenen Wochen unter Volllast natürlich nicht am Kronberger Waldschwimmbad vorbeigegangen – die Mitarbeitenden wie das Bad könnten eine kleine Atempause im Normalbetrieb sicher gut gebrauchen. „Zum Glück haben wir keine Krankheitsfälle, alle sind an Bord und ziehen mit – was auch für den guten Teamgeist bei uns spricht“, unterstreicht Methfessel verbunden mit einem herzlichen Dank an die Mitglieder der Kronberger DLRG, die den Einsatz am Beckenrand auch in dieser Saison an besonders besucher-starken Tagen unterstützen.

Obwohl doch schon in die Jahre gekommen sei auf die Technik ebenfalls Verlass. Einzig am 25. Juni habe man die morgendliche Freibadöffnung um einige Zeit nach hinten verschieben müssen, um der Filteranlage die Möglichkeit zu geben, das Wasser aus den Becken wieder hygienisch einwandfrei aufzubereiten.

„Wenn man bedenkt wie viele tausend Besucher wir in vergleichsweise kurzer Zeit bei uns im Bad haben und was die an Sonnencreme und Co. mit ins Wasser tragen, kann man sich vorstellen, vor welcher Mammut-Aufgabe die Filter da Nacht für Nacht stehen“, erklärt die Fachfrau für alles rund um den Freibad-Betrieb. Statt in der Regel einmal in der Woche würden die Filter daher aktuell auch fast täglich gespült. Methfessel: „Normalerweise reichen die Reinigungsmittel oder auch Hygieneartikel wie Seife und Toiletten-Papier, die wir im Frühjahr bestellen und einlagern, für die ganze Saison. In diesem Sommer mussten wir allerdings schon nachbestellen.“

Ein Thema, bei dem laut Erstem Stadtrat Heiko Wolf noch etwas nachjustiert werden müsse, sei die Reinigung des Bads und der Sanitärbereiche. Darauf habe man auch bereits den externen Dienstleister hingewiesen, der für diese Saison mit der Reinigung beauftragt wurde. Wolf: „Gerade in Anbetracht der hohen Temperaturen und des großen Besucherzuspruchs ist es unabdingbar, dass die Reinigung auftragsgemäß erfolgt.“ Dass dem vonseiten des Auftragnehmers auch Folge geleistet wird, darauf werde man vonseiten der Stadt in den kommenden Tagen und Wochen noch mehr ein Auge haben.

Während die Badezeit 2026 auf Hochtouren läuft, geht beim Baudezernenten und Freibad-Hausherrn der Blick bereits voraus auf die kommende Saison. Denn vor allem in den Umkleide- und Sanitärbereichen soll sich bis zur Freibaderöffnung 2027 etwas tun. Wolf: „Für Ende September haben wir einen Ortstermin mit dem Magistrat vereinbart, in dessen Rahmen wir vorstellen wer-den, was wir im Einzelnen planen.“

Vorrangig seien dabei eine Erneuerung der Warmwassertechnik in den Duschen sowie eine Überarbeitung der Oberflächen in diesem Bereich. „Ist das erledigt, wollen wir nach der nächstjährigen Saison daran gehen, unsere über 30 Jahre alte Filteranlage durch eine zeitgemäße und zukunftsfähige Alternative zu ersetzen“, unterstreicht der Erste Stadtrat der Burgstadt. Dabei spreche man von einer Investition von über 600000 Euro, die in den anstehenden Haushaltsberatungen für 2027 zum Thema werde. Wolf: „Mit der Errichtung der Photovoltaik-Anlage auf dem Freibad-Parkplatz, der Grundsanierung der Gastronomie und den genannten Ausgaben für Umkleiden und Technik setzen wir ganz klare Zeichen für die Bedeutung und den Erhalt unseres Waldschwimmbades.“ Wie gut das dahinter stehende Steuergeld im Sinne der Kronbergerinnen und Kronberger angelegt sei, zeige sich in diesem Sommer ganz besonders nachdrücklich.