Dafür sorgen wollen Thomas Haus, Sebastian Stiehl und Manfred Wappenschmidt, die den Betrieb des nicht nur bei Schönbergern beliebten Treffpunkts im alten Schulgebäude übernommen haben. Zählten die Drei bislang zu den Stammgästen des Bistros, so wechseln sie jetzt hinter die Theke, an den Grill oder in den Service, um gemeinsam mit weiteren Unterstützern den Laden am Laufen zu halten – ehrenamtlich, das muss unbedingt dazu gesagt werden. Denn es ist ein für die Burgstadt noch neues Gastro-Konzept.
Zwar ist die Idee dahinter alles andere als eine Notlösung, aber aus der Not geboren wurde sie schon. Nach dem Abschied des bisherigen Wirts zum 30. April 2026 und der erfolglosen Suche nach einem neuen Pächter war im Stadtteil die Sorge groß, dass damit auch das endgültige Aus für das Bistro besiegelt sein könnte.
Eine Aussicht, mit der sich viele Schönbergerinnen und Schönberger nicht tatenlos abfinden wollten. Eine Online-Petition wurde gestartet, Unterschriften wurden gesammelt und Überlegungen angestellt, wie man die „Freizeit“ retten könnte. Am Ende waren es die „Drei von der Zapfstelle“, die sich bereit erklärten, in die Verantwortung zu gehen. Ein mutiger Schritt, der sich für das Leben im Stadtteil mehr bezahlt machen könnte - nimmt man den Besuch am ersten Öffnungstag zum Maßstab.
Schönbergerinnen und Schönberger jeden Alters waren gekommen, um bei der Premiere dabei zu sein. Drinnen wie draußen war alles voll besetzt und die Stimmung bestens. Für Manfred Wappenschmidt und sein Team, die noch bis kurz vor der Neueröffnung im Bistro gewerkelt und renoviert hatten, ein erstes, schönes Erfolgserlebnis.
Dass dem noch möglichst viele folgen sollten, daran erinnerte der Initiator der Kneipenrettung am Eröffnungsabend stellvertretend für alle anderen, ehrenamtlichen Wirtsleute. Das „Schönberg“ werde dann eine Zukunft haben, wenn der Rückhalt im Stadtteil da sei und bleibe. Das gelte sowohl für die Gäste als auch für die Ehrenamtlichen, die sich im Betrieb einbringen.
Was das Angebot angehe, so Wappenschmidt, werde man gerne die eine oder andere neue Idee einbringen, aber ganz sicher nicht alles auf links drehen. Schließlich sei das Bistro gerade deshalb so beliebt im Stadtteil, weil es so ist wie es ist - gemütlich, bodenständig, persönlich. Hier kann man sich mit Freunden treffen, Karten spielen oder neue Leute aus der Nachbarschaft kennen lernen. Auch Live-Musik ist und bleibt ein fester Bestandteil des Angebots. Die traditionsreichen Jam Sessions finden weiterhin montags im Zwei-Wochen-Rhythmus statt, organisiert und musikalisch geleitet von Quincy Klein.
Einen ausdrücklichen Dank richteten die ehrenamtlichen Gastronomen an die Adresse der Kronberger Politik wie auch der Stadt, mit deren Unterstützung das neue Konzept erst umgesetzt werden konnte. Gemeinsam hat man sich darauf verständigt, dass die Initiatoren eine Personengesellschaft gründen, um den Betrieb des Bistros rechtlich abzusichern. Im Gegenzug überlässt die Stadt den Betreibern die Räumlichkeiten ein Jahr pachtfrei und verzichtet auf die Abführung eines potentiellen Gewinns. Für die Renovierung und die Ausstattung ist die Interessengruppe zuständig. Für den Ankauf notwendiger Geräte gewährt die Stadt der Interessengruppe einen zinsfreien Kredit, der innerhalb eines Jahres zu tilgen ist. In einem Jahr wird man dann gemeinsam sehen, ob das Konzept aufgegangen ist.
Für Bürgermeister Christoph König und Erster Stadtrat Heiko Wolf ist das eine Lösung, mit der die Stadt und vor allem auch die Betreiber gut sollten leben können. „Das große Engagement, das hinter diesem Projekt steht, ist nicht nur aller Ehren wert, sondern hat auch unsere volle Unterstützung verdient“, betonte der Kronberger Rathauschef am Eröffnungsabend. Was hier in vergleichsweise kurzer Zeit auf die Beine gestellt worden sei, spreche für den Zusammenhalt im Stadtteil und mache Hoffnung, dass das Bistro auch künftig ein Herzstück des Schönberger Lebens bleibe.

