Sommerwohnsitze

Sommerwohnsitze


Mit den Malern entdeckten Frankfurter Familien die Vorzüge und die klimatisch angenehme Lage des nahegelegenen Kronberg. Durch Stadterweiterung und Industrieansiedlung aus ihrem bisherigen Naherholungsbereich verdrängt, nutzten sie Kronberg zunächst im bescheidenen Rahmen, als Pensionsgäste, zur Sommerfrische. Ab etwa 1860 wurden die ersten Landhäuser als Zweitwohnsitze erbaut. In späteren Jahren ließen sich Familien des finanzstarken Frankfurter Großbürgertums in Kronberg und Schönberg zum Teil schlossähnliche Villen in großzügigen Parkanlagen errichten.

Ab 1900 entstanden Villenstraßen, wie etwa die Jaminstraße oder die Höhenstraße, und etwas schlichter im Bereich der heutigen Burger- oder Schreyerstraße. Die Blütezeit der Phase großzügiger, teils schlossartiger Residenzen endete mit dem Ersten Weltkrieg, der folgenden französischen Besatzung und dem allgemeinen wirtschaftlichen Niedergang.

Diese Entwicklung gab entscheidende wirtschaftliche Impulse. Landverkauf, Belebung von Handwerk und Kleinhandel brachte Geld in die Gemeinde, die anteiligen Steuerzahlungen bereicherten den städtischen Haushalt. Der Ausbau der Kronberger Infrastruktur – Wasserversorgung, Kanalisation, Stromversorgung – konnte vorangetrieben werden. Die Bedeutung, die Kronberg diesen Bewohnern zumaß, spiegelt sich auch in der Zahl der Ehrenbürgerschaften.

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"Auf zum Taunus"

Einband der Werbeschrift des Obertaunuskreises aus dem Jahr 1908


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