Quartier am Bahnhof

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Das Quartier am Bahnhof Kronberg ist eines der zentralen städtebaulichen Entwicklungsgebiete in Kronberg. Der Bereich um den S-Bahnhof Kronberg (Taunus) stellte sich über viele Jahre als innerstädtische Brache und Verkehrsfläche dar, die in erster Linie dem Parken und der Unterbringung von technischen Anlagen diente. Nun existieren Planungen, diesen zentralen Bereich Kronbergs in seiner Gesamtheit den heutigen Anforderungen gemäß zu verändern und attraktiver zu machen.

Rahmenplan Bahnhof

Mit dem "Rahmenplan Bahnhof Kronberg" ist ein Steuerungsinstrument entstanden, das ein Gesamtkonzept für das Areal verfolgt. In ihm wurden die städtebaulichen Rahmenbedingungen und Ziele zur räumlichen wie funktionalen Neustrukturierung des Geländes ausgelotet. Er beschreibt das Grundkonzept für eine baufeldweise Umgestaltung des Quartiers und wird laufend konkretisiert.

Der Rahmenplan sieht auf verschiedenen Teilflächen den Bau eines Hotels, eines Kammermusiksaales und eines Verwaltungs- und Studienzentrums der Kronberg Academy, Wohnbebauung für unterschiedliche Zielgruppen und gewerbliche Nutzungen vor. Darüber hinaus sollen das Bahnhofsumfeld im Sinne der Verbesserung der Verkehrsstation zu einer zeitgemäßen Nahverkehrsdrehscheibe für Bahn, Bus und Rad neugestaltet und das Bahnhofsgebäude saniert werden. Hierin inbegriffen ist eine komplette Umgestaltung des öffentlichen Raumes zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit. Bestandteil der Planungen für den öffentlichen Raum ist auch die Offenlegung des bislang unterirdisch verlaufenden Winkelbachs vom Schillerweiher bis zur Mündung in den Westerbach im Bereich der Ludwig-Sauer-Straße.

Der Rahmenplan ist unterteilt in sechs Baufelder und Teilprojekte, welche von unterschiedlichen Akteuren umgesetzt werden.

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  • Baufeld I: Ehemaliger Lokschuppen


    Der erhaltene Lokschuppen wurde 2009 von einem Privatinvestor erworben und saniert. Nach einem Besitzerwechsel beherbergt er gegenwärtig eine Büronutzung.

  • Baufeld II: Hotel, Kammermusiksaal, Studien- und Verwaltungszentrum der Kronberg Academy 

    © Staab Architekten GmbH

    Auf dem Gelände der ehemaligen Park&Ride Anlage, die sich in Teilen als Parkdeck darstellte, wurde entsprechend der Rahmenplanung im Jahr 2012 ein Interessenbekundungsverfahren für den Bau eines Hotels durchgeführt.

    Die Stadtverordnetenversammlung beschloss am 27. Juni 2013 das Projekt gemeinsam mit dem Projektentwickler Contraco auf dem benannten Gelände weiterzuverfolgen. Für die restliche Fläche konnte auf die bereits 2002 von einem Förderkreis entwickelte Idee eines Konzerthauses zurückgegriffen werden, in dem die „Kronberg Academy“ einen ihrem Renommee angemessenen Veranstaltungsort, das „Casals Forum“ mit angegliedertem Studien- und Verwaltungszentrum erhalten soll.

    Den vom Investor Contraco ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewann im Juni 2014 das Büro Staab Architekten aus Berlin mit einem dreiteiligen Entwurf aus Hotel im Osten, pavillonartigem Kammermusiksaal im Westen und dem Studien- und Verwaltungszentrum an der Nordseite, welches in den nördlich vorhandenen Hang eingegraben wird. Zentrale Elemente des Entwurfes sind ein öffentlich zugänglicher Platz zwischen Hotel und Kammermusiksaal sowie eine den Platz tangierende Wegeverbindung zwischen Victoriapark und Bahnhof.

    Für die Außenraumflächen zeigte sich das Büro Levin Monsigny aus Berlin verantwortlich. Teil der Freiraumgestaltung wird der offengelegte Winkelbach  sein, der vom Schillerweiher kommend nach dem Unterqueren der Schillerstraße entlang des Gehweges der Bahnhofstraße fließen wird.

    Im April 2016 wurde der auf dem Siegerbeitrag beruhende Bebauungsplan rechtskräftig. Die vorbereitenden Arbeiten für das Projekt begannen im Januar 2017, im Oktober 2017 fand der Spatenstich statt.

  • Baufeld III: Freiflächen am Bahnhof

    Baufeld III umfasst die öffentlichen Frei- und Verkehrsflächen rund um den Bahnhof. Das Bahnhofsumfeld wird im Sinne der Verbesserung der Verkehrsstation zu einer zeitgemäßen Nahverkehrsdrehscheibe für Bahn, Bus und Rad neugestaltet. Ziel sind u. a. eine den funktionalen Anforderungen entsprechende Anzahl an Bushaltestellen, verbesserte Umsteigebeziehungen zwischen Bahn und Bussen, Unterbringungsmöglichkeiten für Fahrräder mit Lademöglichkeiten für Elektroräder sowie die Einrichtung einer angemessenen Anzahl an Kfz- Stellplätzen herzustellen.

    Vor dem Hintergrund der aktuellen landes- und bundesweiten Diskussionen hinsichtlich Klimaschutz und Verkehrswende ist der Umbau zu einem funktionalen und zukunftsorientierten Busbahnhof mit einer Bike & Ride Station ein essentieller Schritt für die Stadt Kronberg, um den zukünftigen Anforderungen an ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten gerecht werden zu können.

    Inbegriffen ist dabei eine komplette Umgestaltung der Freiflächen zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit, zur Herstellung der Barrierefreiheit im Nahverkehr sowie zur Sicherstellung eines optimalen Betriebsablaufs.

    Die das gesamte Quartier am Bahnhof umfassende Masterplanung für den öffentlichen Raum ist in die Planung des Baufeldes III eingeflossen.

  • Baufeld IV: Empfangsgebäude des Kronberger Bahnhofs

    Die Cronberger Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete im Jahre 1874 die ca. 10 km lange Bahnstrecke von Frankfurt-Rödelheim nach Kronberg, welche 1978 in das S-Bahn-Netz Rhein-Main einbezogen wurde. Das 1914 errichtete und unter Denkmalschutz stehende Stationsgebäude erstreckt sich als langgezogener Baukörper südlich der Gleise. Zum Baudenkmal Bahnhof gehört neben dem Empfangsgebäude auch die Bahnsteigüberdachung mit einem Tragwerk aus Gusseisenelementen sowie das BASA-Gebäude (Bahnselbstanschlussanlagen). Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude befindet sich derzeit nicht in Nutzung und ist in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand.

    2011 hat die Stadt Kronberg das Stationsgebäude samt Nebengebäude von der Deutschen Bahn AG erworben. Nach einem Wiederverkauf 2020 an einen Investor wird das denkmalgeschützte Empfangsgebäude derzeit saniert. Es wird künftig Gastronomie, einen Backshop, Kiosk und das DB-Reisezentrum beherbergen sowie auch Raum für Veranstaltungen z.B. von Vereinen bieten. In den Obergeschoßen sollen Wohnungen entstehen.

  • Baufeld V: Wohnbebauung ehm. "Gleis 3"

    Das Baufeld V befindet sich nördlich des Gleisfeldes auf den Flächen des stillgelegten Gleis 3. Auf dem städtischen Grundstück ist der Bau von Mehrfamilienhäusern mit Vorgaben für geförderten Wohnraum im Sinne des sozialen Wohnungsbaus geplant. Damit soll dem strukturellen Defizit bei der Wohnraumversorgung der einkommensschwachen Bevölkerungsschichten und dem vorherrschenden Bedarf an Sozialwohnungen bei der Stadt Kronberg ein Stück weit entgegengewirkt werden. Neben der Prägung des Gebietes durch ansprechenden Geschoßwohnungsbau soll eine hohe Freiraumqualität entstehen.

  • Baufeld VI: Wohnbebauung "Schillergärten"


    Das Gebiet „Baufeld VI“, die sog. „Schillergärten“, befinden sich in Hanglage nördlich an das Baufeld II und III grenzend. Die Fläche wurde im Jahr 2014 von der Wohnungsbaugesellschaft Wilma Wohnen Süd erworben, um dort vorrangig eine Wohnbebauung zu realisieren.

    Das städtebauliche Konzept beruht auf einem Ensemble aus sechs entlang der Höhenlinien gestaffelten Punkthäusern, das nach Süden durch einen Gewerbebau in Fortsetzung des Studien- und Verwaltungszentrums der Kronberg Academy abgeschlossen werden soll. Die Bebauung stellt den strukturellen Übergang zwischen der nördlich und östlich der Schillergärten bestehenden Einfamilienhausbebauung und dem neuen Quartier am Bahnhof her.

    Die Erschließung erfolgt über einen bestehenden Stichweg von der Schillerstraße im Norden aus. Der das Quartier durchquerende Fußweg findet über eine Freitreppenanlage zwischen dem geplanten Bürogebäude und dem Studien- und Verwaltungszentrum der Kronberg Academy Anschluss an den Bahnhofsbereich. Die erforderlichen Stellplätze werden in einer in den Hang integrierten Tiefgarage, deren Zufahrt sich in der Ludwig-Sauer-Straße befinden wird, untergebracht.

    Basierend auf dem städtebaulichen Entwurf des Architekturbüros Ott aus Kronberg wurde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan  aufgestellt. Mit Inkrafttreten des Bebauungsplans am 14.06.2018 konnte die Realisierung von 39 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe auf dem topografisch anspruchsvollen Areal im Jahr 2020 abgeschlossen werden. Die vorgesehene Bebauung am Fuße des Hanges wurde bisher noch nicht realisiert.

Masterplan Quartier am Bahnhof

Um eine zusammenhängende, aufeinander abgestimmte Planung des gesamten öffentlichen Raumes im Quartier am Bahnhof zu erreichen, wurde durch das Büro Enea Landart LLC aus Rappers-wil-Jona, Schweiz ein Grün- und Freiraumkonzept in Form eines Masterplanes erstellt.

Die Masterplanung bildet die Grundlage für weitere vertiefende Planungen des öffentlichen Raumes im Bahnhofsquartier, um ein qualitativ hochwertiges, einheitlich gestaltetes Quartier mit hohem Wiedererkennungswert zu garantieren. Durch seinen thematischen Schwerpunkt, dass Grün in die Stadt zu holen, die sich in der Verknüpfung des Quartiers mit der Landschaft des Victoriaparkes ausdrückt, leistet die Masterplanung einen besonderen Beitrag zur nachhaltigen und klimaangepassten Entwicklung des Quartiers.

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