Gewässerschutz

Lebendige Bäche für Mensch und Natur

Die Kronberger Landschaft wird von zahlreichen Bächen geprägt, die durch den Vordertaunus fließen und von Edelkastanienwäldern sowie Streuobstwiesen begleitet werden. Ihre Bachbetten bestehen überwiegend aus Felsen, Geröll und Kies. Je nach Jahreszeit schwankt die Wasserführung stark – besonders nach Starkregen oder der Schneeschmelze.

In den größeren Bächen wie dem Sauerbornsbach, Westerbach und Hohwiesenbach lebt die Bachforelle als typische Fischart. Daneben kommen unter anderem Groppe, Elritze und Bachneunauge vor. In den Quellbereichen der Bäche ist vor allem der Feuersalamander heimisch.

Innerhalb des Stadtgebiets sind viele Bachabschnitte begradigt, verbaut oder verlaufen unterirdisch. Dadurch gehen wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren. Zusätzlich trocknen einige Oberläufe in den Sommermonaten zeitweise aus.

Um die Bäche wieder naturnäher zu gestalten, werden künstliche Verbauungen entfernt, Ufer aufgeweitet und standortgerechte Materialien sowie Totholz und Steine eingebaut. So entstehen neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen, gleichzeitig wird der Hochwasserschutz verbessert.

  • Informationen für Gewässeranlieger

    Was können Sie als Gewässeranlieger für Ihr Gewässer tun?

    Hier können Sie einen Flyer mit Tipps und Informationen für Gewässeranlieger herunterladen:

  • Fließgewässersystem Westerbach

    Der Westerbach ist das größte Fließgewässer in Kronberg. Er entsteht in der Ludwig-Sauer-Straße aus dem Zusammenfluss von Winkelbach und Schönberger Bach. Beide Bäche entspringen im Kronberger Stadtwald und queren die Bundesstraße B455 unterirdisch.

    Der Winkelbach wird dabei durch das Hochwasserrückhaltebecken „Im Aufstieg“ gedämpft. Südlich des Stadtgebiets vereinigt sich der Westerbach mit dem Hohwiesenbach. Dieser entsteht in Oberhöchstadt aus dem Zusammenfluss von Waldwiesenbach und Stuhlbergbach.

    Der Waldwiesenbach entspringt im Naturschutzgebiet „Hünerbergwiesen von Oberursel“, fließt durch den Kronberger Stadtwald und anschließend durch das Naturschutzgebiet „Waldwiesenbachtal“. Im Ortsbereich von Oberhöchstadt verläuft er unterirdisch.

    Der Stuhlbergbach hat seine Quelle im Oberurseler Stadtwald und durchfließt die Stuhlberger Seenplatte. Nach der Querung der B455 fließt er durch Grünland und einen von Edelkastanien geprägten Talbereich, bevor auch er in Oberhöchstadt unterirdisch weitergeführt wird.

  • Rentbach & Sauerbornsbach

    Der Rentbach entsteht aus mehreren Quellbächen zwischen Königstein und Kronberg am nordöstlichen Fuß des Hardtbergs. Sein offizieller Ursprung liegt auf Kronberger Gemarkung nördlich der Grenze zu Mammolshain im Bereich des Opelzoos. Das Gewässer durchfließt das Zoogelände und den Hardtweiher und gelangt anschließend über ein Dämpfungsbecken des Abwasserverbands in das tief eingeschnittene Rentbachtal. Im Bereich der Kronberger Altstadt unterquert er die Talstraße.

    Im Bereich der Kleingärten teilt sich der Rentbach in den Rentbach und den Mühlgraben. Zwischen beiden Gewässerläufen haben sich Feuchtwiesen mit hohem biotopischem Entwicklungspotenzial sowie teilweise ausgeprägte Auengehölze entwickelt. Die entstandene Aue wird durch den Eselpfad gequert. Unterhalb der Kleingärten vereinigen sich Rentbach und Mühlgraben wieder.

    Im weiteren Verlauf durchfließt der Rentbach Grünland und teilweise Laubwald und nimmt ein Wiesenbächlein auf. Am Schafhof vereinigt er sich mit dem aus dem Quellenpark Kronthal kommenden Hollerbornbach. Daraus entsteht der Sauerbornsbach, der anschließend die Landesstraße 3015 unterquert und am Abwasserverband Kronberg vorbei bis zur Gemarkungsgrenze von Kronberg verläuft.

  • Offenlegung Winkelbach

    Im Zuge der Entwicklung des Bahnhofsareals wurde der Winkelbach im ersten Bauabschnitt zwischen dem Auslaufbauwerk des Schillerweihers und dem Bahnhofsvorplatz am Hotel offengelegt. Ziel der Maßnahme war es, den Anforderungen des Regierungspräsidiums Darmstadt zur Gewässeroffenlegung nachzukommen und zugleich das Bahnhofsareal gestalterisch und ökologisch aufzuwerten. Durch die Offenlegung wurde zudem eine Verbesserung des Mikroklimas im Umfeld erreicht.

    Zuvor verlief der Winkelbach auf einer Länge von rund 370 Metern verrohrt unter dem Bahnhofsareal und leitete das Wasser vom Schillerweiher in den Westerbach. Die bestehende Verrohrung bleibt als Entlastungskanal des unterirdischen Regenüberlaufbeckens erhalten und dient insbesondere bei Starkregen- und Hochwasserereignissen der Entlastung des offengelegten Bachlaufs.

    Für die Offenlegung wurde am Schillerweiher ein neues Einlaufbauwerk errichtet. Das Wasser wird über einen unterirdischen Kanal und einen Düker unter der Schillerstraße zum sogenannten Quelltopf geführt und tritt dort im Bereich der Grünfläche an der Ecke Schillerstraße/Bahnhofstraße aus. Anschließend verläuft der Winkelbach zunächst mäandrierend in einem naturnah gestalteten Bereich und wird danach über ein offenes Kastengerinne entlang der Bahnhofstraße geführt.

    Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde der Bach über drei beleuchtete Becken offengelegt. Am Ende des ersten Bauabschnitts erfolgt die Übergabe an den sogenannten Übergabeschacht B, über den das Wasser bis zur Umsetzung des zweiten Bauabschnitts in den bestehenden Entlastungskanal eingeleitet wird.

    Die Bauarbeiten wurden im Jahr 2022 durchgeführt. Die Bepflanzung des Bachbereichs erfolgte im Frühjahr 2023. Während der Bauphase kam es zeitweise zu Verkehrsbeeinträchtigungen in der Schiller- und Bahnhofstraße.

    Bilder von der Offenlegung des Winkelbachs 2022:

  • Biotopanlage Hühnerwiesen

    Wasser verfügbar machen für Flora und Fauna –Die Biotopverbundanlage im Kronberger Wald

    Wo heute Wasserflächen und junge Gehölze das Bild prägen, standen vor einigen Jahren noch Fichten. Trockenheit und Borkenkäfer hatten dem Bestand jedoch stark zugesetzt, sodass die Bäume aus Waldschutzgründen gefällt werden mussten. Anschließend eroberte die Brombeere die frei gewordene Fläche. Aus dieser kahlen Fläche ist inzwischen etwas Neues entstanden: Im Kronberger Stadtwald wurde auf rund 1,5 Hektar eine Anlage geschaffen, die Wasser zurückhält, den Wald unterstützt und gleichzeitig neuen Lebensraum entstehen lässt.

    Im Jahr 2023 wurden 5 Teiche angelegt, die durch Gräben verbunden sind. Sie nehmen Hang-, Regen- und Schichtwasser auf und halten es länger in der Fläche. So kann das Wasser dem Wald auch in trockenen Zeiten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig wird der Abfluss bei stärkeren Regenfällen gebremst – ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz für die tiefer gelegenen Bereiche, insbesondere für Oberhöchstadt.

    Doch die Anlage soll nicht nur Wasser speichern. Neue Gehölze wurden gepflanzt, unterschiedliche Strukturen geschaffen und Bereiche angelegt, in denen sich Tiere und Pflanzen ungestört entwickeln können. So finden unter anderem Frösche, Kröten und Salamander in der Uferbepflanzung zusätzlichen Schutz. Ziel ist es die Anlage möglichst sich selbst zu überlassen und so die Natur immer stärker selbst übernehmen lassen.

    Wie geht es weiter?

    Aus der ehemaligen Fichtenfläche soll nach und nach eine vielfältige, naturnahe Waldlandschaft entstehen. Die bereits gepflanzten Gehölze werden wachsen und durch weitere standortgerechte Pflanzen ergänzt. Gleichzeitig werden die sich erneut ausbreitenden Brombeeren schrittweise zurückgedrängt.

    Damit verändert sich das Erscheinungsbild der Fläche Jahr für Jahr: Aus der ehemaligen Kahlfläche entsteht zunächst eine junge, grüne Waldlandschaft, die sich langfristig zu einem abwechslungsreichen Waldrand entwickeln soll.

    Wie genau sie sich entwickelt, wird die Natur in den kommenden Jahren maßgeblich mitbestimmen. Damit diese Entwicklung möglichst ungestört stattfinden kann, ist das Betreten der Anlage nicht vorgesehen. Auch als Bade- oder Hundebadestelle ist die Fläche nicht geeignet.

  • Biber

    Biber im Wasser
    © Canva
    Biberdamm Westerbach
    © Stadt Kronberg im Taunus

    Seit dem Frühjahr 2025 hat die Stadt Kronberg einen neuen Einwohner. Ein Biber hat sich im Westerbach angesiedelt. Was für viele zunächst ungewohnt sein mag, ist aus Sicht des Naturschutzes eine erfreuliche Entwicklung: Der Biber gehört zu unserer heimischen Tierwelt und erobert sich seinen ursprünglichen Lebensraum in Hessen Stück für Stück zurück. Nachdem die Art in Hessen um 1600 ausgerottet worden war, begann ihre Rückkehr ab den späten 1980er-Jahren. Heute ist der Biber wieder ein wichtiger Bestandteil unserer Gewässerlandschaften. Der Biber ist dabei weit mehr als ein großes Nagetier. Als sogenannter Ökosystemingenieur gestaltet er seinen Lebensraum aktiv. Durch das Fällen von Bäumen, den Bau von Dämmen und die Veränderung des Wasserlaufs entstehen neue Feuchtlebensräume und vielfältige Strukturen. Davon können zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten profitieren. Gleichzeitig können Biberdämme Wasser zurückhalten und damit zum natürlichen Wasserrückhalt und zur ökologischen Aufwertung von Gewässern beitragen.

    Was passiert, wenn der Biber zum Nachbarn wird?

    Wo Mensch und Biber aufeinandertreffen, kann es allerdings auch zu Konflikten kommen. Durch aufgestautes Wasser können beispielsweise landwirtschaftliche Flächen vernässt, Wege beeinträchtigt oder Schäden an Bäumen und Gewässerufern verursacht werden. Deshalb geht es beim hessischen Bibermanagement nicht darum, den Biber einfach gewähren zu lassen oder ihn grundsätzlich zu vertreiben. Ziel ist vielmehr ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben von Biber, Landwirtschaft, Eigentümern, Infrastruktur und Natur. Der Biber steht unter einem besonders hohen gesetzlichen Schutz. Er ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz sowie der europäischen FFH-Richtlinie besonders und streng geschützt. Deshalb dürfen beispielsweise Biberdämme oder Biberburgen nicht eigenmächtig entfernt oder verändert werden. Für bestimmte Eingriffe ist eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erforderlich.

    Wer ist in Hessen zuständig?

    Das hessische Bibermanagement ist auf mehrere Ebenen verteilt:

    • Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt ist für die grundsätzliche Ausrichtung des Bibermanagements sowie für Richtlinien und landesweite Vorgaben zuständig.
    • Die Regierungspräsidien übernehmen als Obere Naturschutzbehörden die zentrale Koordination des Bibermanagements. Sie werden insbesondere bei größeren oder schwierigen Konflikten tätig.
    • HessenForst unterstützt das Bibermanagement vor Ort. Sie sind wichtige Ansprechpartner für Kommunen, Eigentümer und Landnutzer. Sie kontrollieren Biberreviere, beraten zu geeigneten Präventionsmaßnahmen und wirken bei der Lösung von Konflikten mit.
    • Die Untere Naturschutzbehörde ist insbesondere für naturschutzrechtliche Entscheidungen und gegebenenfalls erforderliche Ausnahmegenehmigungen zuständig.
    • Die Untere Wasserbehörde wird einbezogen, wenn wasserrechtliche Belange betroffen sind, beispielsweise wenn der Wasserabfluss oder Gewässer durch die Aktivitäten des Bibers erheblich beeinflusst werden. 

    Auch für Schäden hat Hessen inzwischen ein geregeltes Verfahren geschaffen. Seit April 2026 gilt die hessische Biber-Billigkeitsrichtlinie, nach der unter bestimmten Voraussetzungen wirtschaftliche Schäden, die nachweislich durch Biber verursacht wurden, ausgeglichen werden können. Die Schadensfeststellung erfolgt dabei durch die zuständigen Stellen von HessenForst; die weitere Antragsabwicklung erfolgt über das zuständige Regierungspräsidium. 

    Welche Aufgabe hat die Gemeinde?

    Eine besondere Rolle kommt der Kommune zu. Sie ist insbesondere dann gefragt, wenn sie für die Gewässerunterhaltung zuständig ist. Sie ist damit häufig die erste Anlaufstelle, wenn ein Biber beispielsweise einen Gewässerlauf verändert, einen Durchlass beeinträchtigt oder durch seine Aktivitäten Probleme für kommunale Wege und Infrastruktur entstehen. 

    Wichtig ist dabei: Die Gemeinde darf nicht eigenständig einen Biberdamm entfernen oder andere Maßnahmen am Biberlebensraum durchführen.

    Stattdessen wird frühzeitig HessenForst und die zuständigen Naturschutz Behörden eingebunden. Gemeinsam mit den Wasserbehörden können dann geeignete Lösungen entwickelt werden. Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten Situation vor Ort ab.

    Eine Bereicherung für Kronberg

    Dass sich ein Biber in Kronberg angesiedelt hat, ist deshalb zunächst einmal ein Zeichen für eine ökologisch wertvolle und funktionsfähige Gewässerlandschaft. Seine Anwesenheit bringt Leben an den Bach und kann langfristig neue Lebensräume für Amphibien, Insekten, Vögel und zahlreiche Pflanzen schaffen.

    Natürlich kann der Biber auch Herausforderungen mit sich bringen. Ein gutes Bibermanagement bedeutet deshalb, die Interessen von Naturschutz, Landwirtschaft, Anwohnern und Kommune miteinander in Einklang zu bringen. Je früher Probleme erkannt und die zuständigen Stellen beteiligt werden, desto leichter lassen sich Lösungen finden.

    Wichtiger Hinweis: Der Biber und insbesondere sein Damm sollen in Ruhe gelassen werden. Hunde sind von der Biberburg und dem Damm fernzuhalten, damit das Tier nicht gestört oder in seinem natürlichen Verhalten beeinträchtigt wird.

    Downloads und weitere Informationen:

  • Geländebruch an der Feuerwehr Oberhöchstadt

    Aufgrund wiederkehrenden Regenereignisse kam es im Bereich der Feuerwehr Oberhöchstadt am Hohwiesenbach zu einem Böschungsabbruch und einer damit verbundenen Beeinträchtigung der Ufer- und Böschungssituation.

    Zur Wiederherstellung der ursprünglichen Geländesituation wurde die Böschung standsicher neu aufgebaut und gegen eine erneute Erosion gesichert. Um den Bereich natürlich zu gestalten wurde auf eine massive Betonstützwand verzichtet und eine Stützkonstruktion aus standortgerechten Wasserbausteinen hergestellt. Die Wasserbausteine übernehmen dabei die erforderliche Stütz- und Sicherungsfunktion, während die Böschung oberhalb der Sicherung wieder naturnah hergestellt wurde.

    Ergänzend zur Böschungssicherung wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur umgesetzt. Hierzu wurde die Gewässersohle abschnittsweise strukturiert und durch geeignete natürliche bzw. naturnahe Strukturelemente aufgewertet. Unter anderem wurde Totholz in das Gewässer eingebracht und standsicher fixiert.

    Die Totholzelemente dienen dabei sowohl der Strukturierung des Gewässerbettes als auch der kleinräumigen Veränderung der Strömungsverhältnisse. Dadurch können unterschiedliche Wassertiefen, Strömungsgeschwindigkeiten und Substratablagerungen entstehen. So konnte neben der erforderlichen Wiederherstellung und Sicherung der Böschung auch der Gewässerabschnitt ökologisch aufgewertet werden.

  • Schillerweihersanierung

    Entschlammung

    Im Zuge der Baumaßnahme „Offenlegung des Winkelbaches im Bahnhofsareal Kronberg“ wurde der Schillerweiher im Victoriapark für die Errichtung des neuen Einlaufbauwerkes im Frühjahr 2022 abgesenkt. Für die restlose Abfischung musste der pachtende Angelsportclub Kronberg den Schillerweiher stückweise komplett ablassen, um die restlichen Fische zu entnehmen.

    Die letzte Entschlammung erfolgte Anfang der 2000er Jahre und war daher aus fachlicher Sicht wieder fällig, zudem bietet sich die Situation durch das Ablassen im Zuge der Baumaßnahme an. Zu Beginn der Maßnahme wurde Schillerweiher nochmal zusätzlich entwässert. Insgesamt wurden bei der Entschlammung 1173 m³ Teichschlamm entfernt.

    Strukturmaßnahmen

    Im Mai 2022 wurde untersucht, ob der Schillerweiher das Potenzial bietet in Zukunft den gefährdeten europäischen Edelkrebs (Astacus astacus) anzusiedeln. Das Einzugsgebiet oberhalb des Schillerweihers bietet laut Experten Gewässerstrukturen, die auch für Steinkrebse geeignet scheinen. Für die erfolgreiche Ansiedlung der Edelkrebse in Zukunft und zur Biodiversitätsförderung der Gewässerfauna und -flora hat sich die Stadt Kronberg dazu entschieden folgende Strukturmaßnahmen an dem Schillerweiher durchzuführen:

    Taunusquarzit

    Die Gewässersohle ist bestimmt durch die vorkommende geologische Gesteinsschicht. In Kronberg ist der Taunusquarzit das typische Gewässersubstrat. Am Westufer des Schillerweihers wurde deshalb eine Wasserbausteinschüttung aus Taunusquarzit hergestellt. Die Schüttungen haben durch die große Korngröße der Steine viele Zwischenräume, die wiederum Versteck- und Habitatmöglichkeiten für Krebse als auch Fische bieten.

    Totholzstrukturen: Buchenkronenmaterial, Eichenbaumstumpf, Astbündel

    Bei der Einbringung des Totholzes wurden die seitlichen Bereiche der Flachwasserzone bevorzugt verwendet, um bei Extremwetterereignissen nicht direkt in der Strömungsrichtung zu stehen. Zusätzlich mussten die Strukturen gegen Abtreiben gesichert werden, weswegen die Stämme tief in den Boden gerammt wurden. Die Stämme dienen als Grundgerüst zukünftiger Totholzstrukturen und bilden eine Leiter innerhalb der Wassersäule für alle aquatischen Lebewesen.

    Makrophytenpflanzung

    Bei der Auswahl der Makrophyten wurde darauf geachtet, dass die Pflanzen eine große Oberfläche haben, um viel Lebensraum, Laichhilfe und Nahrung zu bieten und damit einen hohen ökologischen Nutzen haben. Daher wurden zusammen mit einem Gewässerökologen folgenden Laichkrautgewächse für den Schillerweiher ausgewählt:

    • Spiegelndes Laichkraut (Potamogeton lucens)
    • Durchwachsenes Laichkraut (Potamogeton perfoliatus)

    Die Pflanzen wurden in verschiedene Bereiche der Flachwasserzone gesetzt.

    Geländemodellierung & Schilfinsel (Phragmites australis)

    Im Zuge der Sanierung wurde das Gelände durch die Bauarbeiten mit Furchen, Löchern und Anhöhen versehen, wodurch die Fläche unterschiedliche Strukturen erhält und damit auch Pflanzen und Tieren verschiedene Lebensräume bieten kann. Zusätzlich wurde außerhalb des Kronenbereiches eine Insel aufgeschüttet, die ca. 10 cm unter der Wasseroberfläche liegt. Darauf wurden Schilfpflanzen eingesetzt, um in der Ruhezone zusätzliche Strukturen zu schaffen.

    Sonstiges

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