Viele hundert Feuerwehrleute kämpfen in diesen Tagen in der Eifel und andernorts gegen die um sich greifenden Waldbrände. Immer wieder gehen die Männer und Frauen dabei nicht nur an ihre körperlichen Grenzen. Sie riskieren ihre eigene Gesundheit, ihr Leben – in den meisten Fällen ehrenamtlich. Laut Statistik stehen den knapp 40000 Berufsfeuerwehrleuten hierzulande mehr als eine Million Aktive in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren gegenüber.
Mit Ausnahme der Großstädte, daran erinnerte Kronbergs Bürgermeister Christoph König in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung, seien es Freiwillige Feuerwehren, die in Hessen – und nicht nur dort - die kommunale Pflichtaufgabe des abwehrenden Brandschutzes übernehmen. Und das seit rund 150 Jahren.
König: „Es ist heutzutage kaum noch vorstellbar, dass das funktioniert. Es ist kaum noch vorstellbar, dass so viele Menschen so viel Zeit und so viel Engagement aufbringen, um eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen.“ Dass auf diese Form der Daseinsvorsorge flächendeckend schon so lange und bis heute Verlass sei – das, so der Rathauschef, sei vor allem den Männern und Frauen in Uniform geschuldet, die für ihre Kommune und für ihre Nächsten da sind.
Es funktioniere nur, so der Bürgermeister, „weil diejenigen, die es machen, ein so überzeugendes Bild davon abgeben, dass das geht, dass das auch Spaß macht und dass es eine wichtige und erfüllende Aufgabe ist“. Gerade diese Überzeugung sei es letztlich auch, die junge Menschen seit je her dafür begeistere, sich der Freiwilligen Feuerwehr anzuschließen und so diese einmalige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.
Wie dieser sprichwörtliche Funke der Begeisterung von Generation zu Generation überspringt, das ließ sich auch an den Gesichtern der Kameradinnen und Kameraden ablesen, die an diesem Abend in der Stadthalle Aufstellung genommen hatten. Nachwuchskräfte und „alte Hasen“ der Kronberger und Oberhöchstädter Feuerwehr waren einer Einladung in die Stadtverordnetenversammlung gefolgt, um dort nicht nur verdiente Worte des Lobes und des Dankes zu ernten, sondern auch einen pekuniären Ausdruck der kommunalen Anerkennung entgegenzunehmen.
Ende vergangenen Jahres vom Stadtparlament beschlossen, wurde in der Stadthalle erstmals die neue Wertschätzungsprämie der Kommune für langjährige „aktive und pflichttreue Dienste“ in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehren vergeben.
Dabei lehnt sich die Burgstadt bewusst an die 2011 vom Land Hessen eingeführte und gestaffelte Anerkennungsprämie für ehrenamtliche Brandbekämpfer an. Gibt es vom Land zum 10-, 20-, 30- und 40-jährigen Dienstjubiläum aus Wiesbaden einen Obolus in steigender Höhe, so gibt es die Kronberger Wertschätzungsprämie nach 5, 15, 25, 35 und 45 Jahren.
Die ersten Feuerwehrleute, die jetzt in deren Genuss kamen, waren die Jubilare der Jahre 2024 und 2025. Für 5 Dienstjahre wurden Louis Schröder, Florian Linsel, Emil Sonntag und Stephan Schulz mit einer Prämie von 250 Euro bedacht. 400 Euro für 15 Dienstjahre erhielten Janine Goinar, Peter-Mario Hänsch, Dominik Sauer sowie Marian Krumbügel. Seit 25 Jahren im Dienst sind Kathrin Kauth, Michele Müller, Matthias Scheller, Dr. Philipp Hartmann und Christopher Dietz aktiv, wofür die Prämie 600 Euro beträgt. Auf jeweils 35 Dienstjahre und damit 1000 Euro kommen Marcus Knapp, Uwe Zweifel, Michael Henkel, Robert Weidmann sowie Marcus Lawritsch. Stolze 45 Jahre halten Peter Berner und Thomas Volkmer den Burgstadt-Wehren die Treue. Belohnt wurde das jetzt mit je 1500 Euro.
Stellvertretend für seine Kameradinnen und Kameraden dankte Kronbergs Stadtbrandinspektor Thorsten Nuhn den anwesenden Stadtverordneten für die Prämie, von der er wisse, dass sie keineswegs selbstverständlich sei. Darüber hinaus, so Nuhn, sei er sehr dankbar dafür, dass man vonseiten der Stadt wahrnehme und honoriere, was die ehrenamtlichen Helfer leisteten. Als Chef der Burgstadt-Wehren wisse er nur zu gut, wie viel Zeit und Energie deren Mitglieder in ihren Dienst am Gemeinwesen investierten.
