Stadt Kronberg geht mit neugestalteter Homepage online – „Chat-Bot“ und „Social Wall“ in Planung

Mit besserer Orientierung und weniger Klicks ans Ziel 

Das Logo ist ausgetauscht, die Burg ist geblieben und der Bogen als grafisches Element dazu gekommen. Info-Kacheln ersetzen auf der neugestalteten Homepage der Stadtverwaltung die bisher verwendeten langen, tiefschwarzen Kolumnen. Die Farb-Kombination aus Blau, Orange und Weiß ist Design-Geschichte. Ein sanftes Bordeauxrot gibt jetzt den Ton an, kontrastiert und gerahmt von Weißflächen. Alles wirkt sehr viel übersichtlicher, strukturierter und aufgeräumter.

„Das neue Erscheinungsbild fällt natürlich als erstes ins Auge. Das A und O ist aber am Ende die Nutzbarkeit. Die zu verbessern, war unser besonderes Anliegen“, erklärt Mirca Born-Engel, die Administratorin der städtischen Website und Projektleiterin des Neustarts. Ganz bewusst habe man zu diesem Zweck die Perspektive gewechselt und versucht, die Menüführung und den Seitenaufbau vor allem aus der Sicht der Nutzer zu betrachten und zu gestalten.

Born-Engel: „An die Stelle weit verästelter Seiten und Unterseiten treten möglichst flache Strukturen, die es ermöglichen sollten, mit ein, zwei Klicks zu den gewünschten Inhalten zu gelangen.“ Ein zentrales Beispiel dafür seien die verschiedenen kommunalen und überregionalen Online-Services, die man unter einer Kachel gebündelt habe – vom Eintrag ins Melderegister über die Terminanmeldung beim Bürgerbüro bis zum Kinderbetreuungsportal Kroki.

Der schnelleren Orientierung diene auch eine neue Suchfunktion, die deutlich besser, weil treffsicherer sei als das bislang genutzte Modell, ergänzt IT-Kollege Lars Teichmann, der im vergangenen Dreivierteljahr gemeinsam mit Mirca Born-Engel viel Arbeit, Zeit und Ideen in den Relaunch von www.kronberg.de investiert hat. Im Sinne der Barrierefreiheit werden in das Online-Angebot sowohl Texte in einfacher Sprache als auch ein sogenannter „Read-Speaker“ integriert. Mit Hilfe dieser Anwendung können sich Nutzer die einzelnen Texte auch vorlesen lassen.

„Eine Homepage ist kein statisches Produkt. Es muss stetig weiterentwickelt werden und heute mehr denn je an technische Fortschritte angepasst werden“, unterstreicht Projektleiterin Born-Engel und kündigt passend dazu bereits die nächsten Neuerungen an, an denen man mit Unterstützung der Softwareentwickler der in Montabaur ansässigen Chamaeleon AG arbeite.

So soll in naher Zukunft ein sogenannter „KI-Chatbot“ in den Einsatz gehen, der auf Fragen der Nutzer reagiert und sie im Dialog zur gesuchten Antwort führt. Und das in einer Vielzahl an Sprachen – von Deutsch und Englisch bis zu Koreanisch oder Kisuaheli. Born-Engel: „Gerade in einer Stadt wie Kronberg, in der Menschen aus mehr als 130 Nationen zu Hause sind und Anfragen aus aller Welt eingehen, erhoffen wir uns davon einen echten Mehrwert für die User.“ Gleiches erwarte man sich für die Zukunft von der Verknüpfung mit landesweiten Plattformen wie dem eGOVernor oder dem hessischen „Beteiligungsportal“.

Wohlwissend, dass die meisten Menschen heute über ihr Smartphone online gehen und auf digitale Inhalte zugreifen, habe man bei der Neukonzeption der Homepage selbstverständlich darauf geachtet, dass die Seite auch mit dem Handy oder dem Tablet problemlos genutzt werden könne.

Überdies sei derzeit eine sogenannte „Social Wall“ in Vorbereitung, die laut Lars Teichmann in die Homepage integriert werde. Auf dieser virtuellen Pinwand werden Interessierte künftig alle Kurznachrichten finden, die die Stadt zeitgleich auch über ihre Kanäle in den Sozialen Medien veröffentlicht. Wenn es darum gehe, möglichst viele Menschen möglichst schnell zu erreichen und zu informieren, führe aktuell schließlich noch kein Weg an Instagram und Facebook vorbei. Das belegten auch die Zahlen der Follower und Reaktionen der Nutzer.

Teichmann: „Wir alle sind uns allerdings auch der Herausforderungen mehr als bewusst, die diese Plattformen zum Beispiel in Sachen Datenschutz mit sich bringen.“ Entsprechend viel Verständnis habe man für jeden, der die entsprechenden Apps nicht auf seinem Handy haben wolle. Um auch denen die Kurz-Informationen nicht vorzuenthalten, werde man die Social Wall auf der Webseite in den Einsatz bringen.

Nun, da die neue Homepage am Netz sei, werde man sich in der Verwaltung in einem nächsten Schritt intensiv mit dem Thema ,Bürger-App‘ beschäftigen, blickt Mirca Born-Engel nach vorn. Mit Hilfe der App wolle man in Zukunft einerseits die Bevölkerung noch direkter erreichen und sich andererseits unabhängiger von den Diensten außereuropäischer Tech-Riesen machen.

Dass es sich bei all dem nicht um virtuelle Spielereien handelt, sondern um wichtige Erweiterungen des kommunalen Bürgerservice – davon ist Kronbergs Bürgermeister Christoph König überzeugt: „Unser virtuelles Stadttor ist längst ein elementarer, weil schneller Zugang zu allen Informationen, die für das Leben in unserer Stadt wichtig sind.“ Vor allem der Erstkontakt mit einer Verwaltung, das lasse sich auch an Studien ablesen, erfolge mittlerweile überwiegend online. Zwar könne und sollte ein Chat-Bot oder auch eine App gerade in komplexeren Fragen sicher nicht ein persönliches Beratungsgespräch mit den Mitarbeitenden der Stadtverwaltung ersetzen. Zur ersten Orientierung und Erledigung von Standard-Aufgaben seien die digitalen Optionen jedoch bereits heute wertvolle Ergänzungen.

Die neugestaltete Homepage, so König, erfülle genau diesen Anspruch: „Unser Redaktionsteam hat hier mit Unterstützung der einzelnen Fachbereiche einen wirklich tollen Job gemacht.“ Sicher werde sich bei einem Projekt dieser Größenordnung in den kommenden Tagen noch die eine oder andere Stelle finden, an der man etwas nachjustieren könne. Für entsprechende Hinweise der User an die Mail-Adresse redaktion@kronberg.de sei man entsprechend dankbar. Grundsätzlich, so König, könne sich die neue Homepage aber auf jeden Fall nicht nur sehen, sondern dank ihrer Übersichtlichkeit vor allem auch sehr gut nutzen lassen.

„So soll es sein, und so soll es auch bleiben“, unterstreicht Mirca Born-Engel mit einem Schmunzeln. Als Administratorin weiß sie schließlich nur zu gut, dass diese virtuellen Schaukästen auf längere Sicht generell dazu tendieren, mit Informationen überfrachtet zu werden. Born-Engel: „Es ist ein wenig wie bei einem Kleiderschrank – man hängt und legt immer wieder Neues hinein, ohne Altes oder Abgetragenes herauszunehmen. Und irgendwann steht man dann davor und findet nichts Passendens mehr zum Anziehen.“

Dass genau das in Zukunft nicht mehr passiert, darauf wollen Mirca Born-Engel und ihr Kollege Lars Teichmann ein sehr genaues Auge haben.

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