Wie das aussehen könnte, was geschaffen werden sollte und mit welchen Kosten kalkuliert werden müsste – darüber informierte Architekt Klaus Grabowski unlängst die Mitglieder des Kronberger Magistrats. Für Grabowski eine Art Heimspiel, hat er doch früher selbst beim EFC gekickt und sich schon damals in den 1967 geschaffenen Umkleiden des Vereins umgezogen. Allein, der dort vorhandene Platz reicht längst nicht mehr aus, um die großen und kleinen Fußballerinnen und Fußballer des Vereins an Trainings- und Spieltagen unterzubringen.
24 Mannschaften von den Bambinis bis zur SOMA hat der Verein derzeit im Spielbetrieb - zählt Nadine Bussmann, Vorstandsmitglied des EFC, beim Ortstermin auf. Den Löwenanteil machten dabei die Nachwuchsteams aus, dazu kommen mittlerweile auch eine Damen-Mannschaft und drei Juniorinnen-Teams. Um alle Sportler irgendwie unterzubekommen, hat die Stadt schon vor einiger Zeit Stahlblech-Container auf dem Gelände platziert. Gerade im Herbst und Winter, so Bussmann, sei das Umziehen in diesen Provisorien allerdings alles andere als angenehm und angemessen. Umso mehr hoffe und baue man beim EFC auf den Aufstieg in den ersten Stock.
Hier, so Klaus Grabowski, würden nicht nur die dringend benötigten zusätzlichen Umkleiden und Toiletten geschaffen, sondern auch ein Besprechungsraum, zwei Kabinen für die Schiedsrichter, ein kleines Geschäftszimmer und eine Freifläche, die zunächst als Terrasse genutzt und bei weiterem Platzbedarf künftig in das Raumprogramm einbezogen werden könnte.
Im Zuge der Aufstockung würden im Erdgeschoss zudem der bereits über 60 Jahre alte Umkleidebereich und der 1974 ergänzte Mitteltrakt samt WC-Anlagen fit für die Zukunft gemacht. Dazu gehöre dann auch die Installation einer Photovoltaik-Anlage und der Einbau einer Wärmepumpe anstelle der alten Öl-Heizung. Der dadurch frei werdende Heizungsraum könne anschließend für die Schaffung einer Behindertentoilette genutzt werden.
Ebenfalls vorgesehen ist ein schmaler Durchbruch im Mitteltrakt, über den die Sportler vom Hang kommend künftig dank einer Treppe schneller zu den Umkleiden gelangen sollen. Das 1987 errichtete Vereinsheim bleibe hingegen unverändert und werde auch nicht überbaut. Hier müsse allerdings die Dacheindeckung erneuert werden.
Baulich, da ist Grabowski nach der ersten Rückmeldung eines Statikers zuversichtlich, sollte sich das Aufstocken machen lassen und finanziell auch. Zumindest sollte es deutlich günstiger werden als ein Neubau.
Den hätten die Verantwortlichen und Aktiven des EFC sicher vorgezogen, wenn sie einen Wunsch freigehabt hätten. Aber die Zeiten des „Wünsch Dir was“ sind – wenn es sie denn jemals gegeben hat – mit Blick auf den städtischen Haushalt längst vorbei. Das Mach- und vor allem Finanzierbare habe oberste Priorität, unterstreicht auch Erster Stadtrat Heiko Wolf verbunden mit seinem ausdrücklichen Dank an die Verantwortlichen des EFC dafür, dass sie diesen Weg mitgehen. Zumal auch das Aufsatteln des neuen Stockwerks seinen Preis haben wird. Rund zwei Millionen Euro sind in einer ersten Kostenschätzung dafür veranschlagt.
Geld, das in erster Linie aus der Stadtkasse kommen muss. Hatten bei früheren An- und Umbauten am Vereinsheim noch Mitglieder und heimische Handwerker im großen Stil und ehrenamtlich Hand angelegt und so die Baukosten gedrückt, so sei das heute schlicht nicht mehr möglich, betont Klaus Grabowski. Versicherungs- und vor allem Gewährleistungsfragen stünden dem entgegen.
Zwar sei der EFC sehr wohl bereit, sich mit Eigenleistung einzubringen, ergänzte Nadine Bussmann. Die jedoch müsse sich aus genannten Gründen auf die Gestaltung des Außenbereichs oder Malerarbeiten beschränken. Dass das Geld der heimischen Steuerzahler gut und sinnvoll investiert sei, gerade mit Blick auf die Förderung des Burgstadt-Nachwuchses – daran kann es für Bussmann und ihre Mitstreiter keinen Zweifel geben. Entsprechend überzeugt warb sie wie auch Klaus Grabowski beim Magistrat um Unterstützung für den angestrebten Aufstieg - in den ersten Stock.

