Die abschließende Auswertung zeigt ein beeindruckendes Ergebnis: 183 verschiedene Arten wurden auf dem Spielplatz entdeckt und dokumentiert. Besonders bemerkenswert ist die Vielfalt der Insekten. Die Hobby-Forscher entdeckten 30 verschiedene Wildbienenarten, 25 Käferarten, 21 Schmetterlingsarten und 21 Wanzenarten. Allein diese vier Artengruppen umfassen damit 97 unterschiedliche Arten.
Auch einige besonders interessante Entdeckungen waren darunter: Klaus Dühr, der besonders fleißig mit Handy-Kamera und Arten-App unterwegs war, konnte unter anderem seltene Goldwespenarten nachweisen. Darüber hinaus wurde mit der Bleichen Bodenwanze auch eine Art dokumentiert, die als Klimagewinner gilt und von zunehmend wärmeren Bedingungen profitiert.
„Solche Beobachtungen zeigen, wie spannend die Tierwelt selbst auf kleinen Grünflächen sein kann und wie sich Veränderungen in der Natur unmittelbar vor unserer Haustür beobachten lassen“, unterstreicht Yvonne Richter, Leiterin des Fachreferats „Umwelt“ im Kronberger Rathaus.
Ein Spielplatz, so Richter, sei weit mehr als ein Ort zum Schaukeln, Klettern und Rutschen. Zwischen Blüten, Gräsern, Sträuchern und Bäumen fänden zahlreiche Tiere Nahrung, Rückzugsorte und geeignete Lebensräume.
„Gerade die große Vielfalt an Wildbienen verdeutlicht, welche Bedeutung heimische und blütenreiche Grünflächen auch innerhalb des Siedlungsraums haben können“, ergänzt David Pálfi. Als Mitarbeiter im städtischen Umweltreferat hatte der Diplom-Ingenieur für Landschaftsarchitektur das kleine Forschungs-Projekt koordiniert und begleitet.
Die Beobachtungen wurden dabei bewusst nicht von Fachleuten durchgeführt. Alle Interessierten konnten sich beteiligen und ihre Funde über eine digitale Plattform melden. Dieses Prinzip wird als Citizen Science, also Bürgerwissenschaft, bezeichnet. Dabei unterstützen Bürgerinnen und Bürger die wissenschaftliche Erfassung und Dokumentation der Natur.
Mit der naturnahen Gestaltung ihrer Spielplätze, so Fachbereichsleiterin Yvonne Richter, verfolge die Stadt Kronberg das Ziel, Spiel- und Naturerlebnisse stärker miteinander zu verbinden. Heimische Pflanzen, abwechslungsreiche Vegetationsstrukturen und eine angepasste Grünflächenpflege seien willkommene Lebensräume für Tiere und Pflanzen und ermöglichten Kindern zugleich unmittelbare Naturerfahrungen.
Richter: „Wer schon als Kind die Natur vor der eigenen Haustür entdeckt, entwickelt ein anderes Bewusstsein für ihre Vielfalt und ihren Schutz.“
Das Projekt mache deutlich, dass sich Spielmöglichkeiten und ökologische Vielfalt gegenseitig bereichern können. Eine blühende Wiese, ein Käfer auf einem Blatt oder ein Schmetterling auf Nahrungssuche würden so selbst zum Teil des Spielerlebnisses.
David Pálfi und seine Kolleginnen und Kollegen möchten die gewonnenen Erkenntnisse jetzt nutzen, um die Bedeutung naturnaher Grünflächen und Spielplätze stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Geht es nach dem Team des städtischen Umweltreferats sollen auch künftig weitere Spielplätze naturnah gestaltet und bestehende Flächen ökologisch weiterentwickelt werden.
Wer sich für die einzelnen Entdeckungen interessiert, kann sämtliche dokumentierten Beobachtungen und Arten auf der Citizen-Science-Plattform iNaturalist einsehen. Die Projektergebnisse sind öffentlich zugänglich unter:
https://www.inaturalist.org/projects/spielplatz-friedensstrasse

