Klimaanpassungsmaßnahmen

Klimaschutz oder Klimaanpassung? Beides!

Das Klima ändert sich bereits

In Hessen ist seit Mitte der 1980er Jahre ein deutlicher Anstieg der mittleren Lufttemperaturen messbar. 2018 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Frankfurt / Main wurden mehr als doppelt so viele Sommertage (Tage mit Temperaturen > 25°C) und mehr als 3-mal so viele Heiße Tage (Tage mit Temperaturen > 30 °C) verzeichnet, als der langjährige Durchschnitt. Der Niederschlag schwankt sowohl langjährig als auch im Jahresverlauf sehr stark. Die letzten Jahre waren überdurchschnittlich trocken, es ist jedoch aus den Messdaten noch kein signifikanter Trend ersichtlich. (Quellen: DWD 2022, HLNUG 2021)

Die Beobachtungsdaten zeigen eine weitere Entwicklung: Wetterextreme nehmen zu. Höhere Lufttemperaturen begünstigen die Entwicklung von schweren Gewittern mit Starkregen oder Hagel. Großräumig verursachen die höheren Temperaturen auch eine Veränderung der typischen Wetterlagen, womit die beobachteten sommerlichen Trockenperioden erklärt werden können. (HLNUG, 2018)

Die beobachteten Veränderungen, insbesondere Extremereignisse wie Starkregen, Hitze- oder Trockenperioden, haben bereits in den vergangenen Jahren große Einschränkungen bzw. Schäden für unsere Umwelt und alle Lebensbereiche, wie Gesundheit, Wohnen, Verkehr oder Freizeit, verursacht. Klimaanpassung bedeutet, unsere Umwelt und unser Lebensumfeld so zu gestalten, dass diese Einschränkungen und Schäden gemindert werden.


Klimaschutz macht den Unterschied

Bei einem Blick in die Zukunft wird klar: Wie stark die Folgen des Klimawandels auf uns wirken, hängt maßgeblich von unseren Anstrengungen beim Klimaschutz ab.

Gegenüber den von 1971-2000 in Hessen gemessenen Lufttemperaturen berechnen Klimamodelle die Entwicklung der Lufttemperaturen unter verschiedenen Annahmen (Szenarien). Beim „Weiter-wie-bisher“ Szenario (RCP 8.5) steigen die Lufttemperaturen im Mittel um fast 4 °C an, im Sommer deutlich stärker als im Winter. Ein Vergleich: Der Hitzesommer 2003 war 3,6 °C wärmer als der Mittelwert des Zeitraums 1901–2000. Unter Annahme enormer Anstrengungen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und einer zusätzlichen Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre sowie eines sehr geringen Bevölkerungswachtsums („Klimaschutz“-Szenario, RCP 2.6), würde die Temperatur nur um 1,1 °C im Mittel steigen.

Auch bei den Hitzetagen wird der Unterschied besonders deutlich: Im „Klimaschutz“-Szenario steigt die Anzahl der Hitzetage im Mittel um 3 Tage pro Jahr an, im „Weiter wie bisher“-Szenario um 21 Tage pro Jahr.

Für den Niederschlag zeigen die Modelle einen Rückgang des Niederschlags im Sommer und eine Zunahme im Winter, die sich rechnerisch in weiten Teilen aufheben. Die Bandbreiten der Modellergebnisse sind jedoch für alle angegebenen Änderungswerte relativ groß. Für das „Weiter wie bisher“-Szenario verringert sich der sommerliche Niederschlag um -12,4 Prozent pro Jahr im Mittel. Die mittlere Änderung für das „Klimaschutz“-Szenario liegt nur bei -3 Prozent im Sommer und +2,5 Prozent im Winter. Im „Weiter wie bisher“-Szenario wird dagegen eine mittlere Zunahme im Winter von +18,2 Prozent simuliert.


Wie viel Anstrengung wir für die Anpassung an den Klimawandel aufbringen müssen, hängt also maßgeblich von den Entwicklungen im Klimaschutz ab.

Erarbeitung eines Klimaanpassungskonzeptes

Aus den zuvor dargestellten Gründen sowie den bereits offensichtlichen Klimafolgeschäden bedarf es einer ganzheitlichen Analyse der bereits spürbaren und irreversiblen Folgen des Klimawandels in Kronberg.

Parallel zum Klimaschutzkonzept wird daher gerade ein Klimaanpassungskonzept entwickelt, das alle bisher geleisteten Vorarbeiten und Maßnahmen berücksichtigt und eine für Kronberg spezifisch entwickelte Strategie sowie konkrete, priorisierte Maßnahmen in den identifizierten Handlungsfeldern aufzeigen soll. 

Diese Handlungsfelder können z.B. sein:

  • Hitze
  • Trockenheit
  • Hochwasser
  • Starkregen
  • Sturm

Die Bearbeitung startete im Ende Oktober 2021. Betroffene Akteure werden durch eine Online-Befragung und mehrere Workshops gezielt mit eingebunden. Die Ergebnisse werden in das Klimaschutzkonzept integriert.

Am Ende steht eine mikroklimatische Modellierung und Analyse von Maßnahmen am Beispielquartier „Berliner Platz“.

Hier finden Sie zudem wichtige Informationen zum Thema Starkregenvorsorge in Kronberg sowie einen Animationsfilm über die empfohlene Rückstausicherung und den Überflutungsschutz in Gebäuden.


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